Sexistische Äußerungen Japans Olympia-Organisationschef tritt zurück

Yoshiro Mori, 83, Japans oberster Olympiafunktionär, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er hatte sich auf skandalöse Weise über Frauen geäußert.
Yoshiro Mori

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KIM KYUNG-HOON / AFP

Japans Olympia-Organisationschef Yoshiro Mori ist wegen eines Skandals um sexistische Kommentare zurückgetreten. Der 83 Jahre alte ehemalige Regierungschef gab seinen Rückzug am Freitag offiziell bekannt, nachdem Medien am Donnerstag bereits über seine Rücktrittsabsichten auf der vom OK Tokio einberufenen Sondersitzung am Freitag berichtet hatten. Mori hatte vergangene Woche bei einer Online-Vorstandssitzung des OK gesagt, dass Sitzungen mit Frauen sich in die Länge zögen, weil die miteinander konkurrierenden Frauen alle reden wollten.

Er bezog sich damit auf Pläne des OK, den Frauenanteil im Vorstand von 20 auf 40 Prozent zu erhöhen. Mori hatte zudem gesagt, Frauen redeten viel, weshalb Vorstandssitzungen Zeit in Anspruch nähmen. Daraufhin war in Japan und auch international ein Sturm der Entrüstung entbrannt.

IOC sieht die Spiele durch Rücktritt nicht beeinträchtigt

Mori entschuldigte sich am Freitag für sein Verhalten und sagte laut der Nachrichtenagentur Reuters, das Wichtigste sei, dass die Olympischen Sommerspiele erfolgreich durchgeführt werden könnten. Trotz Corona-Pandemie und Protesten von Athleten wollen die Verantwortlichen an den Spielen in Tokio festhalten.

Das Internationale Olympische Komitee sieht die Spiele in Tokio durch den Rücktritt Moris nicht beeinträchtigt. »Das IOC wird mit seinem Nachfolger weiterhin Hand in Hand zusammenarbeiten, um sichere und gefahrlose Olympische Spiele in 2021 in Tokio auszurichten«, sagte IOC-Präsident Thomas Bach laut einer Mitteilung.  Das IOC bleibe »so überzeugt wie zuvor von der sicheren und erfolgreichen Ausrichtung« Olympischer Spiele im Sommer in Tokio.

Bach sagte, er respektiere Moris Entscheidung völlig und könne die Gründe dafür nachvollziehen. »Gleichzeitig wollen wir ihm für seinen bedeutenden Beitrag zur Organisation der verschobenen Olympischen und Paralympischen Spiele Tokio 2020 in den vergangenen Jahren danken«, sagte Bach. Das IOC unterstütze den Prozess der Nachfolger-Suche.

Als Kandidat für seine Nachfolge gilt Medienberichten zufolge Japans Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto. Zunächst hatte es geheißen, der Bürgermeister des Olympischen Dorfes, Saburo Kawabuchi, solle Mori ersetzen. Der 84-Jährige war früher Präsident des Fußballverbands.

ngo/dpa/Reuters
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