Anti-Corona-Maßnahmen beim olympischen Fackellauf Klatschen ja, Jubeln nein

Trotz der Coronavirus-Pandemie sollen Läufer das olympische Feuer durch Japan tragen. Die Organisatoren haben sich Sicherheitsmaßnahmen überlegt, schließen aber auch einen Abbruch nicht aus.
Das olympische Feuer in Griechenland – hier wurde die Fackel für Tokio entfacht

Das olympische Feuer in Griechenland – hier wurde die Fackel für Tokio entfacht

Foto: ARIS MESSINIS/ AFP

Die Coronavirus-Pandemie bedroht die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio. Doch die Organisatoren halten weiter am größten Sportereignis des Jahres fest und sind um ein Stück Normalität bemüht: Der traditionelle Fackellauf soll am 25. März in Fukushima starten, allerdings unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen.

Zuschauer werden ermuntert, den 121 Tage dauernden Fackellauf live im Internet zu verfolgen. Solange es nicht zu Überfüllungen komme, könnten die Bürger nahe ihrer Häuser zwar auch mit Masken vom Straßenrand aus zuschauen, hieß es am Donnerstag vonseiten der Organisatoren. Doch sollen die Zuschauer lediglich klatschen, die Läufer aber nicht laut anfeuern. »Wenn es zufällig zu dichten Ansammlungen auf den Straßen kommt, kann der Fackellauf gestoppt werden, da wir der Sicherheit Priorität einräumen«, sagte Yukihiko Nunomura vom Organisationsteam.

Der Fackellauf war im Zuge der Coronavirus-Pandemie 2020 genauso wie die Sommerspiele abgesagt worden. Die Olympischen Spiele werden nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 ausgetragen.

Spezielle Regeln für Fackelträger

Das olympische Feuer soll nun in alle 47 Präfekturen Japans getragen werden, bevor es im neuen Olympiastadion in Tokio entfacht wird. Die voraussichtlich rund 10.000 Fackelträger dürfen ohne Maske laufen, müssen aber zwei Wochen lang vor dem Lauf täglich Gesundheitsangaben machen und müssen jegliche Risiken einer Ansteckung vermeiden. Am Ende jedes Tages während des Fackellaufs sind an den einzelnen Orten Veranstaltungen geplant, jedoch müssen die Teilnehmer vorher reservieren, um Zugang zu bekommen.

Der Auftakt ist im J-Village in Fukushima vorgesehen, einem Fußballtrainingszentrum, das während der Atomkatastrophe im März 2011 als Hauptquartier für die Krisenmanager des Super-GAUs gedient hatte. Die in Griechenland entzündete olympische Flamme war am 20. März vergangenen Jahres noch auf einem Militärstützpunkt in der Provinz Miyagi eingetroffen.

In der japanischen Bevölkerung gibt es wenig Rückhalt für die Spiele. In einer Umfrage hatten sich rund 80 Prozent gegen eine Ausrichtung im kommenden Sommer ausgesprochen. Trotz der Skepsis und der weltweiten Corona-Pandemie halten die Olympia-Verantwortlichen an der Austragung fest. Zuletzt verschickten sie ein sogenanntes Playbook an Athletinnen und Athleten, in dem ein Ablauf- und Hygienekonzept  beschrieben wird.

ptz/dpa/sid/Reuters
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