Rad-WM Evenpoel holt Titel – Mitfavorit van der Poel gibt nach Festnahme auf

Remco Evenpoel hat das WM-Straßenrennen gewonnen. Ein Konkurrent konnte ihn dabei nicht gefährden: Mathieu van der Poel. Der Niederländer wurde in der Nacht festgenommen. Am Morgen kam er frei, stieg aber früh übermüdet vom Rad.
Fahrt ins Glück: Remco Evenpoel in Australien

Fahrt ins Glück: Remco Evenpoel in Australien

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Dirk Waem / dpa

Der belgische Jungstar Remco Evenepoel hat bei der Rad-WM in Australien den Titel im Straßenrennen gewonnen. Der 22-Jährige holte sich am Sonntag nach 266,9 Kilometern in Wollongong nach einer Solofahrt den Sieg vor dem Franzosen Christophe Laporte und dem Australier Michael Matthews. Erst vor zwei Wochen hatte Evenpoel die Vuelta gewonnen.

Damit bewegt sich Evenepoel, der die Nachfolge des Franzosen Julian Alaphilippe antrat, immer mehr auf den Spuren seines legendären Landsmannes Eddy Merckx, der 1967 ebenfalls im Alter von 22 Jahren seinen ersten WM-Titel gewann.

Van der Poel nur auf Kaution frei

Der niederländische Mitfavorit Mathieu van der Poel stieg bereits nach 35 Kilometern vom Rad, nachdem er am Vorabend für einen Skandal gesorgt hatte und zwischenzeitlich wegen eines tätlichen Angriffs im Hotel festgenommen wurde. Es hatte eine Auseinandersetzung mit zwei Kindern gegeben, die mehrmals an seiner Tür geklopft hatten. Berichten zufolge wurde der Arm eines Mädchens verletzt. Der 27-Jährige wurde wegen zweifacher Körperverletzung angeklagt und am frühen Sonntagmorgen auf Kaution wieder freigelassen.

Mathieu van der Poel nach seiner Aufgabe

Mathieu van der Poel nach seiner Aufgabe

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IMAGO/Simon Wilkinson/SWpix.com / IMAGO/SW Pix

»Es gab einen kleinen Streit. Ich war erst um vier Uhr wieder in meinem Zimmer, das ist natürlich nicht ideal. Es ist ein Desaster, aber ich kann es nicht mehr ändern«, hatte van der Poel dem belgischen TV-Sender Sporza vor dem Start gesagt.

Deutschland bleibt ohne Medaille

Die deutschen Fahrer spielten im WM-Rennen erwartungsgemäß keine Rolle. Georg Zimmermann, dem am ehesten noch eine vordere Platzierung zugetraut wurde, kam 74 Kilometer vor dem Ziel zu Fall. Damit gab es für den Bund Deutscher Radfahrer in den Eliterennen keine Medaille.

Am Samstag hatte Liane Lippert trotz einer starken Leistung mit dem vierten Platz im Frauenrennen beim Sieg der Niederländerin Annemiek van Vleuten einen Podestplatz knapp verpasst. Die 24-Jährige aus Friedrichshafen hatte auch im Mixed-Teamzeitfahren mit dem deutschen Team Platz vier belegt.

kjo/dpa/sid
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