Radsport Schwerer Sturz bei der Polen-Rundfahrt - Jakobsen im künstlichen Koma

Bei der Polen-Rundfahrt ist es zu einer folgenschweren Kollision gekommen: Fabio Jakobsen wurde von Dylan Groenewegen in die Absperrung gedrängt und stürzte heftig. Der Niederländer wurde bereits operiert.
Dramatische Szenen am Ende der Etappe von Chorzow nach Kattowitz

Dramatische Szenen am Ende der Etappe von Chorzow nach Kattowitz

Foto: Andrzej Grygiel/ dpa

Bei der Polen-Rundfahrt der Radprofis hat es auf der ersten Etappe einen schweren Unfall und heftige Diskussionen gegeben. Im Sprint um den Sieg drückte der Niederländer Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma) seinen Konkurrenten Fabio Jakobsen (Deceuninck-Quick Step) kurz vor der Ziellinie bei höchstem Tempo ins Absperrgitter. Jakobsen stürzte brutal und räumte einen Fotografen ab, Groenewegen flog ebenfalls vom Rad, überquerte die Ziellinie aber als Erster. Diverse weitere Fahrer stürzten in der Folge, zum Teil spektakulär über umherfliegende Gitter.

In ein künstliches Koma versetzt

Wie sein Rennstall in der Nacht bekanntgab , sei der Zustand des 23-Jährigen ernst, aber momentan stabil. Diagnostische Tests hätten keine Schäden des Hirns oder der Wirbelsäule festgestellt, wegen der Schwere der Verletzungen werde er jedoch weiter im künstlichen Koma gehalten, hieß es.

Heftige Kritik an Groenewegens Verhalten beim Zielsprint gab es von Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere. Er twitterte: "Das war ein krimineller Akt von Groenewegen. Er gehört dafür in den Knast, dafür würde ich vor Gericht ziehen."

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Der Weltverband UCI hat bereits Maßnahmen gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher eingeleitet: "Die UCI verurteilt auf das Schärfste das gefährliche Verhalten des Fahrers Dylan Groenewegen, der Fabio Jakobsen wenige Meter vor dem Ziel in die Absperrung geschickt und damit einen Massencrash ausgelöst hat", hieß es in einem Statement . Der Weltverband teilte mit, dass der Fall wegen des "unakzeptablen Verhaltens" Groenewegens sofort für weitere Sanktionen an die Disziplinar-Kommission weitergeleitet worden sei.

Genau vor einem Jahr war der Belgier Bjorg Lambrecht auf der 3. Etappe der Tour de Pologne bei Regen gegen einen Betonpfeiler geprallt und später im Krankenhaus gestorben. Der Lotto-Soudal-Fahrer wurde nur 22 Jahre alt.

Groenewegen wurde zunächst als Sieger des Teilstücks über 195,8 km zwischen Chorzow und Kattowitz gewertet, anschließend jedoch disqualifiziert und durch Jakobsen auf Platz eins ersetzt. Bester Deutscher war Roger Kluge (Lotto-Soudal) auf Platz acht. Topsprinter Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) kam auf Platz 15.

mfu/hba/sid
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