Polen-Rundfahrt Belgischer Radprofi Lambrecht stirbt nach Sturz

Auf der dritten Etappe der Polen-Rundfahrt stürzte der Belgier Bjorg Lambrecht schwer. Wenige Stunden später bestätigte das Team Lotto Soudal den Tod des Radsporttalents.

Bjorg Lambrecht
Panoramic International/ imago images

Bjorg Lambrecht


Der belgische Radprofi Bjorg Lambrecht ist nach einem Sturz auf der 76. Polen-Rundfahrt gestorben. Der Rennstall Lotto Soudal bestätigte den Tod des 22-Jährigen. "Die größtmögliche Tragödie für Bjorgs Familie, Freunde und Teamkollegen ist geschehen. Ruhe in Frieden, Bjorg", teilte der belgische Rennstall auf Twitter mit.

Lambrecht war in der Anfangsphase der dritten Etappe gestürzt und mit einem Helikopter in ein Krankenhaus im Süden der polnischen Stadt Rybnik gebracht worden. Dort verstarb er kurze Zeit später. Nach seinem Sturz war Lambrecht nach Angaben des Veranstalters zunächst noch auf der Straße liegend reanimiert worden, ehe der Transport ins Krankenhaus erfolgte. Genauere Informationen lagen noch nicht vor.

Auf Twitter hatte der Tour-Veranstalter ein Video gepostet, auf dem starke Regenfälle zu sehen sind. Ob die Witterungsbedingungen ein Grund für den Sturz waren, ist nicht bekannt. Es soll im Rennverlauf jedoch zu zahlreichen Stürzen gekommen sein.

Nach Angaben des polnischen Onlineportals Onet fuhr Lambrecht auf dem dritten Teilstück des traditionellen Straßenradrennens von Chorzow nach Zabrze nach 30 Kilometer in eine Betonkonstruktion, nachdem es plötzlich angefangen hatte zu regnen. Eine offizielle Bestätigung dieser Schilderung gibt es nicht.

Betroffenheit im Fahrerlager, Absage der Siegerehrung

Lambrecht galt als aufstrebendes Talent im Radsport. Beim diesjährigen Tour-Härtetest Critérium du Dauphiné in Frankreich hatte er die Wertung der besten Jungprofis gewonnen, bei der U23-WM im Vorjahr belegte er im Straßenrennen den zweiten Rang. Lambrecht startete erst in seinem zweiten Jahr auf der World Tour.

Ein Fahrer vom Team Novo Nordisk reagiert mit Tränen auf die Nachricht
Szymon Gruchalski/DPA

Ein Fahrer vom Team Novo Nordisk reagiert mit Tränen auf die Nachricht

Der Tod des 22-Jährigen löste große Bestürzung im Fahrerlager aus. "Heute spielt das Ergebnis des Rennens keine Rolle. Ich war am Boden zerstört, als ich die tragischen Nachrichten gehört habe, und möchte der Familie und den Freunden von Bjorg Lambrecht und allen bei Lotto Soudal mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen", sagte Pascal Ackermann; der deutsche Sprinter hatte die Etappe gewonnen. "Ich kann nicht glauben, wie tragisch unser Sport sein kann", twitterte André Greipel. Die Siegerehrung wurde infolge des Unglücks abgesagt.

hba/jan/dpa/sid

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