Radprofi Marcel Kittel beendet seine Karriere

Einer der erfolgreichsten Sprinter der Welt tritt ab: Marcel Kittel hört mit dem Radsport auf - mit gerade einmal 31 Jahren. Ihm fehlt die Motivation, sich weiter "auf dem Rad zu quälen".

Michael Trippel/ DER SPIEGEL

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Marcel Kittel, 31, kehrt nicht in den Radsport zurück. "Schmerzen definieren den Sport, die Welt, in der du lebst", sagt er in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. "Ich habe jede Motivation verloren, mich weiter auf dem Rad zu quälen."

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Kittel, einer der erfolgreichsten Sprinter der Welt, hatte im Mai seinen Vertrag mit dem Team Katusha Alpecin auf eigenen Wunsch vorzeitig aufgelöst. Er habe dort kein Vertrauen gespürt, sagt er, "sondern nur Druck. Druck. Druck".

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Von einer Auszeit war anschließend die Rede. Doch ihm sei dann bewusst geworden, was durch seinen Sport in seinem Leben stets zu kurz gekommen war: "Familie, Freunde, alles kam zu kurz. Dazu die permanente Müdigkeit und die Routine. Ich habe diesen Verlust an Lebensqualität immer mehr realisiert."

Kittel, der im November erstmals Vater wird, sagt auch: "Als Radfahrer bist du 200 Tage im Jahr unterwegs. Ich möchte meinen Sohn nicht über Skype aufwachsen sehen." Kittel gewann insgesamt 14 Etappen bei der Tour de France, mehr als jeder andere deutsche Fahrer.

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insgesamt 12 Beiträge
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katzekohle58 23.08.2019
1. Alles Gute Marcel
Eine tolle persönliche Entscheidung, den Gipfel ein zweites Mal zu erklimmen ist um ein vielfaches schwerer. Ich habe ihn gern sprinten sehen, einfach Klasse. Tolle Begründung,Familie und Kids,die nächste Etappe, Respekt!
golfstrom1 23.08.2019
2. Kittel
Mutige und sehr ehrliche sowie authentische Entscheidung von ihm. Einer der besten und schnellsten Sprinter aller Zeiten tritt. Das er in Deutschland trotz seiner großen Erfolge kein Superstar ist, beweist wie schwierig es ist für bestimmte Arten von Radsportlern. Buchmann hat bei der diesjährigen Tour trotz keinem einzigen Etappensiegs deutlich mehr Aufmerksamkeit erfahren als Kittel jemals zuvor.
kallimania 23.08.2019
3. Schade für die Zuschauer...
... aber hört sich plausibel an. Danke für viele geile Sprints!
barklug 23.08.2019
4. Na ja,
wie Dolph Lundgren sieht er irgendwie nicht aus, aber Mädels kriegt er bestimmt ab. Jedenfalls eine weise Entscheidung, hoffentlich hat er genug beiseite gepackt und kann den Rest seines Lebens in einem gesunden Körper genießen. Dumm scheint er ja nicht zu sein. Vielleicht 'n kleiner Fahrradladen oder so, ohne Gewinndruck, ich werde gerade recht neidisch...
ulmer_optimist 23.08.2019
5. Quälen....?
Einkommen im Millionenbereich und dafür eben viel unterwegs. Eigentlich keine Story wert, man könnte ja mal eine Stewardess alternativ fragen. Und im Radsport gehe ich sowieso davon aus, dass jeder gedopt ist.
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