Radsport Deutsche Frauen retten WM-Silber im Mixed-Zeitfahren

Die Radsport-WM in Yorkshire hat für das deutsche Team mit einer Silbermedaille begonnen - obwohl Top-Zeitfahrer Tony Martin schwächelte.

Die deutschen Frauen fuhren das Mixed-Team zu Silber
NIGEL RODDIS/EPA-EFE/REX

Die deutschen Frauen fuhren das Mixed-Team zu Silber


Die Niederlande haben das erste Mixed-Zeitfahren auf der Straße bei einer Radsport-Weltmeisterschaft gewonnen. 22 Sekunden lag Oranje um Bauke Mollema und Lucinda Brand vor dem deutschen Team, dem das Trio der Frauen mit Lisa Brennauer, Lisa Klein und Franziska Koch nach einer Aufholjagd die Silbermedaille sicherte. Platz drei ging nach 28 Kilometern mit Start und Ziel in Harrogate an Gastgeber Großbritannien. Anders als das deutsche Team starteten die anderen Mannschaften aber nicht in Bestbesetzung.

Die erste Runde jedes Teams fuhr das Trio der Männer, sobald die Fahrer die Start- und Ziellinie in Harrogate erreichten, übernahmen die Frauen. Top-Zeitfahrer Tony Martin, Nils Politt und Jasha Sütterlin hatten zur Hälfte nur die fünftbeste Zeit erzielt. Dazu gab es ein ungewohntes Bild: Wenige Kilometer vor der Übergabe ließ Martin abreißen. Nach der strapaziösen Spanien-Rundfahrt, bei der Martin nach einem Sturz hatte aufgeben müssen, scheint er nicht in Topform zu sein. Das Frauen-Trio Brennauer, Klein und Kröger holte den Rückstand noch auf und rettete Silber. Für Martin war es die zehnte WM-Medaille, insgesamt hat er vier Gold- und je drei Silber- und Bronzemedaillen gewonnen.

Deutschland hat nur geringe Medaillenchancen

Für das deutsche Team könnte es zum Auftakt der WM die erste und letzte Medaille gewesen sein. Martin hofft im Einzelzeitfahren noch einmal auf einen Podestplatz, gilt aber nicht mehr als Favorit. Im Straßenrennen sind die Chancen nach dem Ausfall von Hoffnungsträger Maximilian Schachmann eher gering. Bei den Frauen dürften die Niederländerinnen wieder ihre Übermacht ausspielen.

Martins größte Rivalen, auf die er beim Einzelzeitfahren am Mittwoch treffen wird, hatten allesamt auf einen Start im Mixed verzichtet. So fehlte Vuelta-Champion Primoz Roglic im Team der Slowenen, Jungstar Remco Evenepoel verzichtete auf einen Einsatz bei den Belgiern. Für Zeitfahr-Weltmeister Rohan Dennis stellte sich die Frage nicht, weil Australien keine Mannschaft an den Start schickte. Und der britische Ex-Toursieger Geraint Thomas sagte mangels Form bereits seine Teilnahme an allen Zeitfahr-Wettbewerben ab.

Der Weltverband UCI will mit der Neueinführung des Mixed-Wettbewerbs die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen im Radsport fördern. Der Wettbewerb war für das Mannschaftszeitfahren der Profiteams ins Programm gerückt.

ptz/dpa



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