4000-Kilometer-Radrennen Fiona Kolbinger lässt alle Männer hinter sich

Neun Länder, 4000 Kilometer, täglich nur vier Stunden Schlaf: Fiona Kolbinger hat das Ultra-Distanz-Rennen "Transcontinental Race" quer durch Europa gewonnen - als erste Frau überhaupt.

Fiona Kolbinger, 24, Medizinstudentin aus Heidelberg
Damien MEYER / AFP

Fiona Kolbinger, 24, Medizinstudentin aus Heidelberg


Der Weg führte durch Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Schweiz, Serbien und Slowenien - und am Ende der 4000 Kilometer langen Fahrt hieß die Siegerin Fiona Kolbinger. Die deutsche Ultra-Radsportlerin hat die siebte Auflage des Transcontinental Race gewonnen.

Nach mehr als 4000 Kilometern zwischen dem bulgarischen Burgas am Schwarzen Meer und dem französischen Brest an der Atlantikküste erreichte die 24 Jahre alte Medizinstudentin aus Heidelberg als erste von insgesamt 264 gestarteten Teilnehmern (darunter waren 40 Frauen) das Ziel. Kolbinger ist die erste Frau, die das Rennen gewinnen konnte.

Für die Strecke benötigte sie zehn Tage, zwei Stunden und 48 Minuten. Der Vorjahressieger James Hayden hatte für das damals 3900 Kilometer lange Rennen acht Tage, 23 Stunden und 59 Minuten gebraucht. "Ich hätte nie gedacht, dass ich als Gesamtsiegerin aus dem Rennen gehe", wird Kolbinger von "BBC" zitiert. Bemerkenswert: Sie ging als Newcomerin an den Start.

Bei dem Transkontinental-Rennen - darunter auch schwere Anstiege wie auf den von der Tour de France bekannten Col du Galibier (2642 Meter Höhe) - sind die Teilnehmer auf sich allein gestellt und müssen nicht nur ihr Essen selbst besorgen, sondern sind auch ohne Mechaniker unterwegs.

Kolbinger war seit dem Start am 27. Juli pro Tag zwischen 15 und 17 Stunden auf dem Rad unterwegs und kam im Schnitt mit vier Stunden Schlaf aus - oft schlief sie nur am Straßenrand in einem Schlafsack. Seit dem dritten Tag lag Kolbinger in Führung. Die letzten Ultra-Sportler werden bis zum 15. August in der französischen Hafenstadt erwartet.

jan/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
FrankDunkel 06.08.2019
1.
Wahnsinn. Unglaubliche Leistung. Respekt.
Sibylle1969 06.08.2019
2.
Erinnert ein bisschen an das Race Across America, rund 4500 km vom Pazifik in Kalifornien zur Atlantikküste in Maryland. Nur haben da die Frauen meist 2 Tage länger gebraucht als die Männer. Respekt für diese Leistung! Als Frau schneller zu sein als alle Männer, Wahnsinn.
damiana 06.08.2019
3. Respekt
4h am Tag geschlafen, sonst 10 Tage lang Dauerbelastung. Unfassbar
keinblattvormmund 06.08.2019
4. Das ist Sport in Reinkultur
Respekt! Bei der Tour de France werden die Fahrer mit einer ganzen Armada von Beigleitfahrzeugen unterstützt, die sich um jede Kleinigkeit (inklusive Doping) kümmern. Das hingegen ist echter Sport, so wie wir ihn brauchen, schätzen und wollen. Warum berichtet nur SPON (vielen Dank dafür)? Das sollten ARD und ZDF zeigen. Kostet vermutlich auch keinen nenneswerten Gebühren. Mehr davon!!!
eisendesign 06.08.2019
5. doppelrespekt
super gemacht, ich schaff das nicht...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.