Kritik an ungarischem Gesetz Leipzigs Torhüter Gulácsi setzt sich für Gleichberechtigung von Homosexuellen ein

In Ungarn dürfen Homosexuelle keine Kinder adoptieren. Péter Gulácsi wünscht sich für sein Heimatland ein bunteres Familienbild – und erhält daraufhin enthemmte Kommentare.
Péter Gulácsi setzt sich gegen Diskriminierung in seinem Heimatland ein

Péter Gulácsi setzt sich gegen Diskriminierung in seinem Heimatland ein

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shutterstock

Torwart Péter Gulácsi vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig hat sich gegen die Einschränkung von Rechten sexueller Minderheiten in seinem Heimatland Ungarn gestellt. Der 30-Jährige kritisierte in einem Facebook-Post  das Ende Dezember verabschiedete Gesetz, nach dem homosexuelle Paare keine Kinder adoptieren dürfen.

»Jeder Mensch hat das Recht auf Gleichberechtigung. So hat auch jedes Kind das Recht, in einer glücklichen Familie aufzuwachsen – ganz egal, aus wie vielen Menschen sie besteht, welche Hautfarbe man hat, wen man liebt oder an was man glaubt«, schrieb Gulácsi. Dazu postete er ein Foto von sich und seiner Frau Diána, auf dem beide auf ihrer linken Handfläche eine Familie aus Strichmännchen aufgemalt haben.

Unter dem Eintrag gab es bereits nach drei Stunden mehr als 4000 Kommentare, die meisten auf Ungarisch. Nach Angaben von Gulácsis PR-Agentur seien sehr viele Kommentare negativ.

Der Torhüter schrieb weiter, er habe in seiner Zeit im Ausland »viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten, anderen Religionen oder Kulturen und Lebensphilosophien getroffen«. Er habe gemerkt, »dass die Tatsache, dass nicht jeder gleich ist, die Welt nur noch bunter macht und dass das Wichtigste Liebe, Akzeptanz und Toleranz für andere sind.«

Gulácsis Stimme hat in Ungarn durchaus Gewicht. Der zweimalige Fußballer des Jahres des Landes engagiert sich seit längerer Zeit karitativ, hilft mit seiner Frau medizinischen Einrichtungen und setzt sich für den Tierschutz ein.

Gulácsi ist nicht der einzige Fußballer, der sich in den vergangenen Tagen zum Thema Homophobie geäußert hat. Der ehemalige Nationalspieler Philipp Lahm sorgte zuletzt mit der Aussage für Aufsehen, dass homosexuelle Fußballer mit ihrem Outing bis nach der Karriere warten sollten. Im Magazin »11 Freunde« setzten mehr als 800 Fußballerinnen und Fußballer ein Zeichen gegen Homophobie.

svs/dpa/sid
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