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STASI Rick Wakeman gedopt?

aus DER SPIEGEL 48/2007

Auch im staatlich gelenkten Doping-System der DDR gab es offenbar Sportler, die versuchten, mit Sonderrationen von Anabolika noch stärker zu werden. Von diesen privat organisierten Kuren berichtete Gunnar Meinhardt, heute Mitglied der »Welt«-Sportredaktion, der Staatssicherheit der DDR. Aus jetzt aufgetauchten Unterlagen geht hervor, dass sich Meinhardt im März 1979 schriftlich als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi verpflichtete. Meinhardt, damals ein Spitzen-Gewichtheber der DDR, gab sich den Decknamen »Rick Wakemann«. Der von der Stasi angebotene Tarncode sei ihm zu »banal« gewesen, heißt es in den Dokumenten, deshalb habe er sich Rick Wakemann genannt - nicht ganz korrekt nach dem Keyboarder Rick Wakeman der britischen Band Yes. IM Rick Wakemann berichtete unter anderem über Alkoholkonsum, Liebschaften und Charaktereigenschaften seiner Sportkameraden sowie deren Doping-Praktiken. Er selbst habe zwei Packungen Oral-Turinabol von seiner Freundin, die als Krankenschwester arbeite, erhalten. Nach Aktenlage wurde Meinhardt von der Stasi abgeschaltet, als er seine Karriere beendet hatte und Sport studierte. Box-Experte Meinhardt, der seit Jahren für die »Welt« auch über Doping- und Stasi-Fälle berichtet, wollte sich zu den Verstrickungen nicht äußern, er verwies auf seinen Anwalt. Der genannte Anwalt war für den SPIEGEL nicht erreichbar.

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