Rope Jumping Funsport mit Fallhöhe

Auf den ersten Blick sieht es aus wie Bungeespringen: Beim »Rope Jumping« dauert der freie Fall in der Regel aber länger. Und die Springer befestigen ihr Sportgerät eigenhändig. Eindrücke aus Australien.
Ein Video von Eckhard Klein
DER SPIEGEL

Der Blick in die Tiefe kann einem schon dem Atem rauben. Was hier passiert, sieht ähnlich aus wie Bungee-Jumping, ist aber mehr ein gerader Sprung in die Tiefe - mit den Füßen zuerst. Ein Freifliegen am Seil. Die Motivation der Waghalsigen: eine Mischung aus Adrenalin und höchster Konzentration. 

O-Ton Daisy Allen Seilspringerin »Am Anfang kommt definitiv eine Menge Angst auf, die Amygdala, das Überlebensgehirn schaltet sich ein, weil jeder Teil von dir versucht, den Sicherheitsaspekt zu rationalisieren, Weil du natürlich nur springst, weil du weißt, dass es sicher ist.  

Der freie Fall beim Seilspringen vom Felsen ist noch tiefer als beim Bungee-Springen. Die Springer selbst befestigen und sichern sich wie ein Bergsteiger mit Karabinerhaken. Das ist ein wichtiger Teil des Ganzen: Anders als beim Bungee kommt das Rope Jumping ohne kommerzielle Anbieter aus, die alles organisieren: Selbst ist die Gruppe. 

O-Ton Tom Oliver Seilspringer »In deinem Kopf laufen zwei Gespräche ab. Die eine versucht, es dir auszureden, und die andere versucht, es dir einzureden, und du fängst an, mehr auf die zu hören, die es dir einreden will, und weniger auf die, die es dir ausredet. Und für mich, nicht zu viel darüber nachzudenken.« 

Diese besondere Art vom Sprung in die Tiefe entstand in den 90er Jahren und wurde im letzten Jahrzehnt populär. In Australien treffen sich immer mehr Menschen, um dieser Mischung aus Fun- und Extremsport nachzugehen. Obwohl man beim Sprung alleine ist, besteht dabei ein großes Gemeinschaftsgefühl. 

O-Ton Tom Oliver Seilspringer »Es geht vor allem um die Menschen, Ich kann auch leicht allein an einen schönen Ort gehen.  Aber die Menschen machen für mich den großen Unterschied und wer dabei ist. Es ist wie ein informeller Stamm und es gibt so viel Vertrauen und Glauben in einander. Und jeder macht auf irgendeine Weise Schwierigkeiten durch und teilt das, das ist einfach etwas Besonderes.«