»Und dann bekommt man einen übergebrezelt« Deutschland-Achter enttäuscht bei der Heim-EM als Vierter

Der Deutschland-Achter hat bei der Ruder-EM in München die erhoffte Medaille verpasst. Das neu formierte Flaggschiff kam als Vierter ins Ziel – für den Wettbewerb waren überhaupt nur fünf Boote gemeldet.
Der Deutschland-Achter bei der Heim-EM in München

Der Deutschland-Achter bei der Heim-EM in München

Foto: Sven Hoppe / dpa

Enttäuschung bei der Heim-EM: Der Deutschland-Achter hat bei den European Championships in München die erhoffte Medaille überraschend verpasst. Das neu formierte Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV), das ein Jahr nach der Olympia-Silbermedaille in Tokio auf sechs Plätzen neu besetzt war, kam am Samstag auf der Regattastrecke in Oberschleißheim nur als viertes Boot ins Ziel.

Gold gewannen die klar überlegenen Briten vor den Niederlanden und Italien. Das DRV-Paradeboot blieb damit zum zweiten Mal in Folge ohne eine EM-Medaille, auch 2021 hatte es den vierten Platz belegt. Vor der Saison hatte es beim Achter den größten Umbruch seit Jahren gegeben, von der Olympiamannschaft aus Tokio sind lediglich Torben Johannesen, Laurits Follert und Olaf Roggensack noch dabei.

»Die Briten haben gezeigt, wie das Achterfahren geht. Wir haben es leider anders gemacht und dann bekommt man einen übergebrezelt«, sagte der 27-jährige Johannesen.

Bundestrainer Bender setzt in einem »Lern- und Lehrjahr« große Hoffnungen in das Trainingslager, in das die Crew am Sonntag aufbricht. »Die junge Mannschaft hat auf der Strecke gekämpft, um wieder ranzukommen. Das hat die Körner gekostet, die hinten gefehlt haben«, sagte Bender einen Monat vor der WM in Tschechien, wo die Konkurrenz noch größer sein wird. »Heute haben wir Lehrgeld gezahlt.«

Für den Wettbewerb im Norden von München waren nur fünf Boote gemeldet. Im Bahnverteilungsrennen am Donnerstag hatte die Crew um Schlagmann Johannesen den zweiten Platz hinter Großbritannien belegt. Johannesen vertritt bei der EM in München den verletzten Mattes Schönherr am Schlag.

Zuvor hatte der Frauen-Doppelvierer in seinem EM-Finale beim Sieg von Großbritannien den sechsten Platz belegt. Am Sonntag zählt Welt- und Europameister Oliver Zeidler im Einer zu den Topkandidaten auf den Titel.

ara/sid/dpa
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