Ukrainekrieg Russische und belarussische Sportler von Paralympics in Peking ausgeschlossen

Kehrtwende beim Internationalen Paralympischen Komitee: Einen Tag nach der Entscheidung, Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus bei den Winterspielen in Peking starten zu lassen, erfolgt nun doch der Ausschluss.
Entscheidung des IPC: Kein Start von Sportlern aus Russland und Belarus in Peking

Entscheidung des IPC: Kein Start von Sportlern aus Russland und Belarus in Peking

Foto: PETER CZIBORRA / REUTERS

Russland und Belarus dürfen wegen des Ukrainekriegs nun doch nicht an den am Freitag beginnenden Winter-Paralympics in Peking teilnehmen. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) am Donnerstag bekannt und revidierte damit seine Entscheidung vom Vortag. Zuvor hatten mehrere Teams und Athleten mit einem Boykott der Spiele gedroht.

»Wir vom IPC sind der festen Überzeugung, dass Sport und Politik sich nicht vermischen sollten«, sagte Präsident Andrew Parsons: »Der Krieg ist jedoch ohne unser eigenes Verschulden zu diesen Spielen gekommen, und hinter den Kulissen nehmen viele Regierungen Einfluss auf unsere geschätzte Veranstaltung.« Die eskalierende Situation habe das IPC »in eine einzigartige und unmögliche Lage gebracht«.

»Mehrere Nationale Paralympische Komitees drohen damit, nicht anzutreten«

Schließlich sei der Druck der Mitgliedsverbände zu groß geworden. »Mehrere Nationale Paralympische Komitees, von denen einige von ihren Regierungen, Teams und Athleten kontaktiert wurden, drohen damit, nicht anzutreten«, führte Parsons aus: »Sie haben uns gesagt, dass es schwerwiegende Folgen für die Paralympischen Winterspiele 2022 in Peking haben könnte, wenn wir unsere Entscheidung nicht überdenken.«

Seit dem Beschluss zur Zulassung der russischen und belarussischen Sportler und Sportlerinnen sei »die Situation in den Athletendörfern eskaliert und ist inzwischen unhaltbar geworden«, begründete Parsons die Kehrtwende. Es gehe nun darum, »die Integrität dieser Spiele und die Sicherheit aller Teilnehmer zu wahren«.

Bei den Athleten und Athletinnen aus Russland und Belarus entschuldigte sich Parsons. »Sie sind Opfer der Handlungen ihrer Regierungen«, sagte der Brasilianer. Insgesamt sind 83 Athleten und Athletinnen vom Ausschluss betroffen.

luk/dpa