Deutschlands bester Schachspieler Donchenko macht's kompliziert – und hält Weltmeister Carlsen stand

Alexander Donchenko bleibt gegen Magnus Carlsen ungeschlagen. Im Duell mit dem Weltmeister wählte der 22-Jährige eine komplexe Eröffnung. Der Plan ging auf – bis er in Zeitnot geriet.
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Ein Remis fürs Selbstvertrauen: Der deutsche Schachprofi Alexander Donchenko hat sich gegen Weltmeister Magnus Carlsen einen halben Punkt erkämpft. Beim prestigeträchtigen Turnier im niederländischen Wijk aan Zee belegt Donchenko nach fünf Runden zwar weiterhin den 14. und damit letzten Platz, ist aber nun drei Partien in Folge ungeschlagen. Carlsen, Nummer eins der Weltrangliste, ist mit drei Punkten Vierter. Das Turnier führt überraschend der Schwede Nils Grandelius an.

Donchenko, als 64. der Live-Weltrangliste  aktuell der beste deutsche Schachspieler, war erst zwei Tage vor Turnierbeginn für den Russen Daniil Dubow nachgerückt, der wegen eines Corona-Kontakts absagen musste. Viel Vorbereitungszeit blieb dem 22-Jährigen nicht. Mit zwei Niederlagen und zwei Remisen startete er durchwachsen ins Turnier.

Vor der Partie gegen Carlsen sagte Donchenko dem SPIEGEL , er suche immer seine Siegchancen, das wolle er sich auch mit Schwarz gegen Carlsen beibehalten. Entsprechend wählte Donchenko eine komplexe Eröffnung, die Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Donchenko wollte gegen Carlsen einfache Stellungen, in denen der Weltmeister besonders stark spielt, verhindern. Die Najdorf-Variante sollte das Spiel möglichst kompliziert gestalten.

Das gelang zu Beginn, Donchenko verschanzte seinen König hinter einer Bauernblockade. Schachjournalist Tarjei J. Svensen twitterte : »Wie um alles in der Welt kann Carlsen die deutsche Mauer durchbrechen?« Carlsen versuchte Druck auf den König zu machen, das gelang auch, als Donchenko in Zeitnot geriet. Selbst unter Druck fand der an Rang 12 des Turniers gesetzte Donchenko aber die richtigen Verteidigungszüge. Bereits in seiner ersten Partie gegen Carlsen 2018 war Donchenko ein Remis gelungen.

Die ersten 30 Züge habe er gut gespielt, sagte Donchenko nach dem Remis in Wijk aan Zee. Danach sei es problematischer geworden. »Ich habe mir das Leben etwas schwerer gemacht als nötig war, aber am Ende hat es funktioniert«, so Donchenko.

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Das Turnier in Wijk aan Zee gehört zu den großen Traditionsturnieren und wird auch als »Wimbledon des Schachs« bezeichnet. Das Turnier, an dem auch Fabiano Caruana, Nummer zwei der Welt, und Toptalent Alireza Firouzja teilnehmen, geht über 13 Runden bis zum 31. Januar.

ptz