Schach Fehlende Motivation – Magnus Carlsen verzichtet auf WM-Verteidigung

Seit 2013 ist Magnus Carlsen Schachweltmeister, 2023 sollte er erneut gegen den Russen Jan Nepomnjaschtschi antreten. Doch daraus wird nichts. Ein Comeback schloss der Norweger nicht aus.
Magnus Carlsen bei seiner jüngsten Titelverteidigung gegen Jan Nepomnjaschtschi im Dezember 2021

Magnus Carlsen bei seiner jüngsten Titelverteidigung gegen Jan Nepomnjaschtschi im Dezember 2021

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GIUSEPPE CACACE / AFP

Schachweltmeister Magnus Carlsen dankt ab – vorerst. Der Norweger verzichtet auf seinen Titel und wird diesen nicht wie geplant im Frühjahr 2023 verteidigen. »Mir fehlt für einen weiteren Titelkampf die Motivation«, sagte der 31-Jährige in einem am Mittwoch von seinem Sponsor veröffentlichten Video-Podcast. 

»Ich habe das Gefühl, dass ich nicht viel zu gewinnen habe, ich mag (die WM-Kämpfe) nicht besonders, und obwohl ich sicher bin, dass ein Match aus historischen Gründen und all dem interessant wäre, habe ich einfach keine Lust zu spielen, und ich werde das Match einfach nicht spielen«, sagte er in dem Podcast.

Carlsen sagte weiter, er sei zu Gesprächen mit dem Schach-Weltverband Fide in Madrid gewesen. Er sei ohne Forderungen oder Vorschläge gekommen, sondern um seinen Verzicht mitzuteilen. »Wir hatten eine kleine Diskussion. Sie haben ein paar Vorschläge gemacht. Einige haben mir gefallen, andere nicht. Meine Entscheidung steht aber«, sagte Carlsen. Er habe darüber bereits seit anderthalb Jahren nachgedacht.

Seine Schachkarriere will er aber fortsetzen. Unter anderem werde er bei der Schach-Olympiade im indischen Chennai in diesem Jahr für sein Heimatland antreten. Auch ein WM-Comeback zu einem späteren Zeitpunkt schloss Carlsen nicht aus.

18-jähriges Supertalent als Motivation

Bereits nach seiner jüngsten erfolgreichen Titelverteidigung  im Dezember 2021 gegen Jan Nepomnjaschtschi aus Russland hatte Carlsen angedeutet, nur noch einmal zum WM-Duell antreten zu wollen, falls das französisch-iranische Wunderkind Alireza Firouzja das Kandidatenturnier gewinnen würde. Dort ging jedoch Nepomnjaschtschi als Sieger hervor, der nun gegen den zweitplatzierten Chinesen Ding Liren um die WM-Krone im Spiel der Könige ringen soll.

Carlsen hatte diese 2013 gegen Viswanathan Anand gewonnen und im Jahr darauf gegen den Inder erstmals erfolgreich verteidigt. 2016 bezwang er Sergej Karjakin (Russland), 2018 den US-Amerikaner Fabiano Caruana.

ngo/dpa/sid/Reuters
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