Schachturnier in Wijk aan Zee Ein 18-Jähriger überrumpelt Weltmeister Magnus Carlsen

Er ist der vielleicht beste Schachspieler der Geschichte – doch auch Magnus Carlsen macht mal Fehler. In Wijk aan Zee spielt der Weltmeister bislang ein durchwachsenes Turnier.
Magnus Carlsen: Auch ein Weltmeister macht mal Fehler

Magnus Carlsen: Auch ein Weltmeister macht mal Fehler

Foto: via www.imago-images.de / imago images/ANP

Schachweltmeister Magnus Carlsen hat beim prestigeträchtigen Turnier in Wijk aan Zee überraschend gegen den 18 Jahre alten Andrei Jessipenko verloren. Der Russe feierte mit den weißen Figuren in seiner ersten klassischen Partie gegen Carlsen gleich den ersten Sieg.

Für Carlsen war die Niederlage gleich in mehrfacher Hinsicht denkwürdig: Zum ersten Mal seit 2017 verlor der Norweger wieder eine Partie bei dem Turnier in Wijk aan Zee, das jährlich im Frühjahr über 13 Runden gespielt wird.

Carlsen, der vielleicht beste Spieler der Geschichte, war gegen Jessipenko – 59. in der Weltrangliste – selbstverständlich Favorit. Doch zum ersten Mal seit 2015 verlor Carlsen laut dem norwegischen Schachjournalisten Tarjei J. Svensen gegen einen Spieler, der weniger als 2700 Elo-Punkte in der Weltrangliste  hat. Jessipenko hat 2677 Punkte, Carlsen 2862 – das sind im Schach sehr große Unterschiede. Svensen berichtete zudem, Carlsen habe zum ersten Mal seit 2011 gegen einen Teenager verloren.

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Im Interview  nach seinem Sieg fand Jessipenko kaum Worte. »Ich kann das immer noch nicht verstehen«, sagte er: »Ich weiß nicht, wie ich das feiern werde, aber ich werde sehr gut schlafen.« Carlsen reagierte mit Humor. Die Niederlage sei schmerzhafter gewesen als der anschließende Corona-Test, twitterte er .

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Jessipenko und Carlsen spielten die Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung, eine komplexe Eröffnung. Jessipenko wählte einen sehr aggressiven Bauernzug, auf den Carlsen offenbar nicht vorbereitet war. Der Norweger brachte seine Dame früh in Angriffsposition, was sich jedoch als Fehler herausstellen sollte. Bereits nach zwölf Zügen bekam Jessipenko so einen Vorteil und verbesserte seine Stellung auf dem Brett Zug für Zug. Der 18-Jährige versuchte, einen Bauern bis zu Carlsens Grundreihe durchzubringen, um ihn dann in eine Dame zu verwandeln. Carlsen konterte den Plan mit verzweifelten Drohungen gegen die Königsstellung Jessipenkos. Doch der ließ sich davon nicht beirren. Als der Bauer ein Feld vor der Grundreihe stand, gab Carlsen in hoffnungsloser Position auf.

Carlsen spielt in Wijk aan Zee, dem sogenannten »Wimbledon des Schachs«, bislang ein für seine Verhältnisse durchwachsenes Turnier. Mit vier Punkten aus acht Partien (ein Sieg, sechs Remis, eine Niederlage) ist der Turnierfavorit nur Achter. Das 17 Jahre alte Toptalent Alireza Firouzja führt die Tabelle mit 5,5 Punkten an, Jessipenko ist mit fünf Punkten Dritter. Der 22 Jahre alte deutsche Schachprofi Alexander Donchenko  steht mit 2,5 Punkten auf dem 14. und letzten Platz. Donchenko war kurzfristig für Daniil Dubow eingesprungen, der wegen eines Corona-Kontakts hatte absagen müssen.

Fünf Turnierrunden stehen noch aus, die letzte findet am 31. Januar statt.

ptz
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