Schach Internetmilliardär besiegt indischen Großmeister – und gesteht Täuschung
Der indische Großmeister Viswanathan Anand
Foto:Saikat Paul / imago/Pacific Press Agency
Viswanathan Anand ist fünffacher Weltmeister und einer der besten Spieler der Welt. Ihn zu schlagen, ist nahezu unmöglich. In einem Simultanschachspiel ist das Nikhil Kamath, einem jungen indischen Milliardär und Gründer einer Internet-Maklerfirma, trotzdem gelungen. Kamath hatte bei seinem vermeintlichen Triumph allerdings fremde Hilfe – von Computern und Experten, die das 30-Minuten-Spiel für ihn analysierten.
»Es ist lachhaft, dass so viele dachten, dass ich wirklich Sir Vishy in einem Schachspiel geschlagen habe«, schrieb Kamath bei Twitter. Aus seiner Sicht wäre das »beinahe so, als würde ich aufwachen und einen 100-Meter-Lauf gegen Usain Bolt gewinnen«.
It is ridiculous that so many are thinking that I really beat Vishy sir in a chess game, that is almost like me waking up and winning a 100mt race with Usain Bolt. 😬 pic.twitter.com/UoazhNiAZV
— Nikhil Kamath (@nikhilkamathcio) June 14, 2021
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Kamath sagte, dass er »die ganze Verwirrung, die daraus entstand«, unterschätzt habe. Er entschuldigte sich für sein aus seiner Sicht völlig durchsichtiges Täuschungsmanöver, bei dem es um »Spaß und Wohltätigkeit« gegangen sei.
Die Gegner waren prominent, aber keine Profis
Bei der Wohltätigkeitsveranstaltung am Sonntag hatte Anand gleichzeitig gegen einige Prominente wie Bollywoodstar Aamir Khan gespielt. In allen Spielen außer in dem gegen Kamath konnte der 51-jährige Großmeister gewinnen.
Es sei um »Spaß« und das Sammeln von Geld für den guten Zweck gegangen, schrieb Schach-Champion Anand im Nachhinein auf Twitter. Er habe die Spiele am Brett allein bestritten – und »dasselbe von allen erwartet«. Auf diese Weise geschlagen zu werden, sei aber eine »amüsante Erfahrung« gewesen.
Deutliche Kritik kam hingegen vom indischen Schachverband. »Wir erwarten, dass keiner sich Hilfe von Computern holt«, sagte der Generalsekretär des Verbands, Bharat Chauhan, indischen Medien. Kamath habe dies »für die Wohltätigkeit gemacht, er hätte es nicht tun sollen. Das war wirklich schlecht.«