Entscheidung des Weltverbands Internetausfall bei der Schach-Olympiade - Gold für Russland und Indien

Erstmals wurde das wichtigste Mannschaftsturnier im Schach online ausgetragen. Doch im Finale gab es technische Probleme. Das salomonische Urteil der Fide gefiel Viswanathan Anand - einem russischen Spieler dagegen nicht.
Schach wurde bei der Olympaide nicht am Brett, sondern online gespielt

Schach wurde bei der Olympaide nicht am Brett, sondern online gespielt

Foto: Mark Lennihan/ AP

Nach einem Serverausfall und Internet-Blackout sind bei der erstmals online ausgetragenen Schach-Olympiade die Finalisten Russland und Indien gemeinsam zu Siegern gekürt worden. Das Turnier gilt als der wichtigste Mannschaftswettbewerb im Schach.

Russland führte im zweiten Finalmatch 2,5:1,5, als ein Serverausfall Internetverbindungen unterbrach. In den beiden offenen Partien hatte Indien gute Chancen auf ein 3:3 und damit auf ein Stechen, doch die Zeitüberschreitung beendete das Match. Ein sofort eingelegter Protest des indischen Verbands wurde vom Präsidenten des Weltschachbunds Fide, Arkadi Dworkowitsch, akzeptiert. Statt die unterbrochenen Partien fortzusetzen, erklärte er beide Nationen zu Siegern.

Der ehemalige Weltmeister Viswanathan Anand war glücklich über die Entscheidung der Fide. "Das war eine dramatische Wendung", sagte der Inder "ESPN" . Er sei bereits enttäuscht gewesen, nur Silber zu gewinnen. Seine jüngeren Mitspieler, die 14 Jahre alte Divya Deshmukh und den 16-Jährigen Nihal Sarin, habe er schon trösten wollen. Erst dann habe er erfahren, dass die Fide den Internetausfall prüfe und der Fehler womöglich nicht beim indischen Team gelegen habe. "Mit der Entscheidung habe ich nicht gerechnet", sagte Anand. Dass Russland und Indien Gold gewinnen, sei aber eine "schöne und angenehme Wendung."

Der russische Spieler Ian Nepomniachtchi dagegen war nicht glücklich mit der Entscheidung. "Kluge Entscheidung, um der indischen Schachgemeinschaft zu gefallen und dabei andere Fans und Spieler zu vergessen. Selektiver Edelmut", twitterte er.

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Die deutsche Mannschaft war bereits am Donnerstag in der ersten Playoff-Runde gegen Ungarn ausgeschieden.

ptz/dpa
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