Carlsen gegen Nepomnjaschtschi bei der Schach-WM »Wie kann man so spielen? Durchgedreht!«

Magnus Carlsen baut bei der Schach-WM seine Führung aus. Experten sprechen schon von der Vorentscheidung – Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi wurde für einen Zug heftig kritisiert.
WM-Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi

WM-Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi

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Kamran Jebreili / dpa

Schachweltmeister Magnus Carlsen hat mit seinem zweiten Sieg den nächsten großen Schritt Richtung Titelverteidigung gemacht. Der 31-jährige Norweger gewann am Sonntag zwei Tage nach seinem ersten Erfolg gegen Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi nun die achte Partie der WM in Dubai.

Experten sprechen von einer Vorentscheidung für Carlsen, der nun 5:3 führt. Sein russischer Herausforderer bräuchte aus den verbleibenden sechs Partien mindestens zwei Siege, um zumindest ein Stechen zu erreichen. Carlsen hat in 53 WM-Partien überhaupt erst zweimal verloren.

Der Titelverteidiger eröffnete mit dem Königsbauern, schlug gegen die Russische Eröffnung eine noch nie auf Großmeisterniveau gespielte Variante ein und hatte schnell ein paar kleine Vorteile. Nepomnjaschtschis Stellung war allerdings haltbar bis zu seinem 21. Zug, der sofort heftig kritisiert wurde.

Ruhetag am Montag

»Wie kann man so spielen? Durchgedreht!«, befand Fabiano Caruana, WM-Herausforderer von 2018. Anish Giri, Dritter des Kandidatenturniers, stellte aufgeregt fest: »Partie gelaufen. Ein ganzer Bauer weg und die Stellung immer noch schlecht. Es ist einfach verloren. So zu patzen, ist verrückt. Völlig verrückt.«

Nach 46 Zügen und rund vier Stunden Spielzeit reichte Nepomnjaschtschi, der in einer nahezu aussichtslosen Position lag, Carlsen die Hand und gab damit die Partie auf. Carlsen kann somit in den nächsten Matches auf Sicherheit spielen.

Es gibt maximal 14 Partien, das Anfangsrecht wechselt nach jedem Match. Für einen Sieg gibt es einen Punkt, für ein Remis einen halben. Wer zuerst 7,5 Punkte erreicht hat, ist Weltmeister. Carlsen, der seinen Titel bereits 2014, 2016 und 2018 erfolgreich verteidigt hatte, kennt seinen Kontrahenten bereits seit Kindertagen.

Am Montag steht der dritte Ruhetag an, ehe es am Dienstag (13.30 Uhr) mit der neunten Partie weitergeht.

ara/dpa/sid