Carlsen gegen Nepomnjaschtschi bei Schach-WM Vorspulen zum nächsten Remis

Einen Tag nach dem Rekordmatch mit Sieg für den Titelverteidiger Magnus Carlsen gibt es bei der Schach-WM wieder ein Unentschieden. Carlsen und Nepomnjaschtschi warteten dafür nur so lange, wie sie mussten.
Carlsen (r.) und Nepomnjaschtschi spielten das sechste Mal im siebten Duell bei dieser WM remis

Carlsen (r.) und Nepomnjaschtschi spielten das sechste Mal im siebten Duell bei dieser WM remis

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ALI HAIDER / EPA

Weltmeister Magnus Carlsen hat seine Führung bei der Schach-WM in Dubai verteidigt. Einen Tag nach dem Rekordmatch einigten sich der norwegische Titelverteidiger und sein Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi auf ein Unentschieden. Es ist das sechste Remis im siebten Duell. Carlsen führt durch seinen Sieg am Freitag gegen den Russen 4:3.

Weil die Freitagsartie, in der Carlsen mit einem Sieg im längsten Spiel der WM-Geschichte die Führung übernommen hat, erst nach Mitternacht endete, sind erstmals bei einer Schach-WM zwei Partien am gleichen Tag gespielt worden. An Kraft habe es ihm nicht gefehlt, sagte Nepomnjaschtschi, auch wenn er nach der fast acht Stunden dauernden vorigen Partie weniger Schlaf als sonst bekommen habe.

Nepomnjaschtschi begann auch in seinem vierten Spiel mit den weißen Steinen mit der Spanischen Eröffnung, bis zum elften Zug war die Partie sogar identisch mit dem Spiel vom Mittwoch. Dann wich der Herausforderer vom Verlauf der fünften Partie ab und bekam die Art kleinen Vorteil, die »sich gewöhnlich in Luft auflöst«, wie es Carlsen ausdrückte. Es sei grundsätzlich schwer, aus der Eröffnung mehr als einen kleinen Vorteil herauszuholen. Mit einigen exakten Zügen stellte der Titelverteidiger auf dem Brett das Gleichgewicht her.

Carlsen und Nepomnjaschtschi warten auf das Remis

Weil Remisgebote vor dem 40. Zug untersagt sind, spulten beide die zweite Hälfte der Partie mit belanglosen Zügen ab und teilten im 41. Zug den Punkt. »Das Match läuft gut, aber es ist noch ein langer Weg«, sagte Carlsen.

Am Sonntag (13.30 Uhr/MEZ) steht die achte Partie auf dem Plan, dann hat Carlsen das Anfangsrecht. Es werden maximal 14 Partien gespielt, das Anfangsrecht wechselt nach jedem Match. Für einen Sieg gibt es einen Punkt, für ein Remis einen halben. Wer zuerst 7,5 Punkte erreicht hat, ist Weltmeister.

Carlsen, der seinen Titel bereits 2014, 2016 und 2018 erfolgreich verteidigt hatte, kennt seinen Kontrahenten bereits seit Kindertagen. Nepomnjaschtschi hatte sich beim Kandidatenturnier gegen sieben weitere Spieler aus der Weltspitze durchgesetzt.

Der Weltranglistenfünfte aus Russland führte vor der WM im direkten Vergleich mit Branchenprimus Carlsen mit 4:1 Siegen bei sechs Remis.

ara/sid/dpa