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FUSSBALL Schalker Rätsel

aus DER SPIEGEL 39/2009

Beim klammen Fußball-Bundesligaclub Schalke 04 ist ein offener Streit über wohl sinnlos ausgegebenes Transfergeld entbrannt. Der frühere Clubmanager Andreas Müller wirft dem Vorsitzenden Josef Schnusenberg einen seltsamen Alleingang bei einem Spielergeschäft vor. Es geht um den im Januar 2008 verpflichteten Brasilianer Zé Roberto, der inzwischen wieder in sein Heimatland ausgeliehen wurde. Clubchef Schnusenberg sagt, der Angreifer sei ein Wunschspieler Müllers gewesen. Der im Frühjahr geschasste Manager des Vereins, der 137 Millionen Euro Schulden angehäuft hat, stellt es anders dar: Demnach habe er den Spieler, der sich in desolatem Fitnesszustand vorgestellt habe, im August 2007 wieder heimgeschickt - in dem Glauben, ihn eventuell im Winter ablösefrei verpflichten zu können, weil sein Vertrag mit dem Erstligisten Botafogo auslaufe. In seiner urlaubsbedingten Abwesenheit im Oktober habe dann Schnusenberg überraschend gemeinsam mit einem Agenten einen Transfervertrag für Zé Roberto ausgehandelt. Plötzlich sei doch eine Ablöse von 3,3 Millionen Euro fällig gewesen, zu zahlen an den Zweitligisten Villa Rio, und 900 000 Euro Beraterhonorar. Müller sagt, dieser Deal sei gegen seinen Willen zustande gekommen. Als der Spieler dann im Winter, immer noch nicht fit, bei Schalke erschien, habe Schnusenberg ihn gedrängt, den Arbeitsvertrag für Zé Roberto zu unterschreiben. Der Präsident habe von einem Gutachten gesprochen, wonach der Transfervertrag bindend sei. Schnusenberg will davon nichts wissen. An welchen Verein die Millionen gezahlt wurden, daran erinnere er sich nicht.

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