Weltmeister Abdusattorow 17-Jähriger düpiert die Schnellschach-Elite

Lange hatte Schach-Superstar Magnus Carlsen das Feld bei der Schnellschach-WM angeführt. Dann zog Nodirbek Abdusattorow auch an ihm vorbei. Und der Teenager kündigt an: Das war erst der Anfang.
Nodirbek Abdusattorow (r.), hier im Spiel gegen Dommaraju Gukesh, hat sich zum bisher jüngsten Schnellschach-Weltmeister gekürt

Nodirbek Abdusattorow (r.), hier im Spiel gegen Dommaraju Gukesh, hat sich zum bisher jüngsten Schnellschach-Weltmeister gekürt

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LESZEK SZYMANSKI / EPA

Der Usbeke Nodirbek Abdusattorow hat alle Favoriten hinter sich gelassen und sich sensationell zum neuen Schnellschach-Weltmeister gekrönt. Der 17-Jährige setzte sich am Dienstagabend in Warschau aber erst in einer Playoff-Runde durch. Der Norweger Magnus Carlsen, der zwei Wochen nach seiner Titelverteidigung im klassischen Schach das Feld lange angeführt hatte, wurde nur Dritter.

»Das ist ein großer Sieg, aber ich werde noch besser spielen«, kündigte der Teenager aus Usbekistan im norwegischen Sender NRK an. Am Ende hatte Abdusattorow von jenen vier Spielern, die in 13 Runden 9,5 Punkte erzielt hatten, die beste Wertung.

Carlsen sauer aufs Reglement

Das Reglement sah im Fall von Punktgleichheit ein Stechen der ersten zwei vor. Als punktgleicher Drittplatzierter war Top-Favorit Carlsen aus dem Rennen – und sprach danach von »einer absolut idiotischen Regel«.

Abdusattorow setzte sich im Stechen gegen den Verlierer der klassischen WM, den Russen Jan Nepomnjaschtschi, durch. Schnellschach wird mit 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler plus zehn Sekunden pro Zug gespielt.

Bei den Frauen gewann die Russin Alexandra Kostenjuk.

Am Mittwoch und Donnerstag folgt in Warschau die Blitzschach-WM mit drei Minuten Grundbedenkzeit plus zwei Sekunden pro Zug. Für alle vier Wettbewerbe zusammen beträgt das Preisgeld eine Million US-Dollar.

sak/dpa
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