EM in Rom »Total fertig« – Gose und Märtens schwimmen zu Gold

Gold, Gold, Bronze: Die deutschen Schwimmer beenden die Beckenwettbewerbe bei der EM mit einer wahren Medaillenflut. Olympiasieger Florian Wellbrock sagt seinen Freiwasserstart coronageschwächt ab.
Isabel Gose bei der Schwimm-EM in Rom

Isabel Gose bei der Schwimm-EM in Rom

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ANTONIO BRONIC / REUTERS

Isabel Gose ist Europameisterin über 400 Meter Freistil. Die Magdeburgerin vervollständigte am letzten Tag der EM-Beckenwettbewerbe in Rom ihren Medaillensatz, nachdem sie bereits Silber über 800 Meter und Bronze über 200 Meter Freistil gewonnen hatte. In 4:04,13 Minuten verwies die 20-Jährige die Italienerin Simona Quadarella, Europameisterin über 800 und 1500 Meter, auf Platz zwei. Dritte wurde die Ungarin Ajna Kessely. Die zweite deutsche Finalteilnehmerin, Julia Mrozinski, kam als Achte ins Ziel.

»Ich habe so sehr auf die Goldmedaille gehofft«, sagte Gose, die ihren größten Erfolg feierte. »Ich bin erleichtert, aber auch total fertig«, sagte die Magdeburgerin, die das Rennen von vorn schwamm und damit die Konkurrenz beherrschte.

Lukas Märtens

Lukas Märtens

Foto: ANTONIO BRONIC / REUTERS

Nur wenige Minuten später sicherte sich Goses Lebensgefährte, der Vizeweltmeister Lukas Märtens die zweite Goldmedaille für die deutschen Schwimmer. Der Magdeburger kam auf 3:42,50 Minuten und verwies damit den Schweizer Antonio Djakovic um 1,43 Sekunden auf Rang zwei. Den deutschen Erfolg vervollständigte Henning Mühlleitner, der in 3:44,53 Minuten als Dritter Bronze holte.

Märtens hatte zuvor bereits Silber über 800 Meter gewonnen. Bei den Weltmeisterschaften vor anderthalb Monaten in Budapest war er mit Silber über 400 Meter dekoriert worden.

»Ich hab das Rennen von Isabel gesehen und mir an ihr ein Beispiel genommen«, berichtete Märtens. »Ich habe mein Ding gemacht und wusste, dass ich auf den letzten Metern der Schnellste bin«, sagte der 20-Jährige.

Insgesamt stehen die deutschen Schwimmer damit nun bei acht EM-Medaillen.

Florian Wellbrock beendet EM vorzeitig

Unterdessen beendete Olympiasieger Florian Wellbrock seine EM-Teilnahme vorzeitig. Nach einer Coronaerkrankung in der EM-Vorbereitung verzichtet der 24-Jährige auf die Freiwasserwettbewerbe. Statt ins Meer vor Rom geht es für den Doppel-Weltmeister zurück nach Magdeburg. »Jetzt steht die psychische und physische Gesundheit an erster Stelle«, sagte er, »das Risiko muss man nicht eingehen.«

Der deutsche Schwimmstar hatte schon am Dienstagabend im Finale über 1500 m Freistil gemerkt, dass er seinen Trainingsrückstand noch nicht aufgeholt hatte. Nur auf Bronze schwimmen wollte er nicht, »er hat sich für all-in entschieden«, berichtete Bundestrainer Bernd Berkhahn, »aber nach 300 Meter ging es nicht mehr.« Platz fünf mit über 26 Sekunden Rückstand waren nicht Wellbrocks Anspruch, ein Start im Freiwasser machte deshalb »keinen Sinn«.

Viel wichtiger als die Europameisterschaft sind die nächsten beiden Jahre. »Bis zu Olympia ist es nicht mehr weit«, stellte Wellbrock mit Blick auf Paris 2024 fest. Davor stehen nach den Corona-Verschiebungen noch zwei Weltmeisterschaften und wahrscheinlich eine EM auf dem Programm.

ara/dpa
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