Freistil-Silber für Märtens bei Schwimm-WM in Budapest Bis zur letzten Wende sogar auf Goldkurs

Besser hätte der WM-Auftakt für das deutsche Team kaum laufen können: Der 20 Jahre alte Lukas Märtens hat seine beeindruckende Form auch vor großer Kulisse bestätigt. Erst auf den letzten Metern fehlte die Kraft für mehr.
Lukas Märtens: Armzug für Armzug Richtung Silber

Lukas Märtens: Armzug für Armzug Richtung Silber

Foto: Maddie Meyer / Getty Images

Lukas Märtens hat bei den Schwimmweltmeisterschaften in Budapest die Silbermedaille über 400 Meter Freistil gewonnen. Der 20-Jährige schlug nach 3:42,85 Minuten an und musste sich damit nur Sieger Elijah Winnington aus Australien geschlagen geben. Bronze gewann der Brasilianer Guilherme Costa.

»Es ist unbeschreiblich. Ich weiß noch gar nicht, was ich richtig sagen soll«, sagte Märtens. Bei der letzten Wende hatte Märtens noch vorn gelegen, doch der Australier Elijah Winnington zog noch vorbei. »Ich wollte noch mal alles reinhauen, es wollte einfach nicht mehr.«

Für Märtens war es der mit Abstand größte Erfolg der bisherigen Karriere und für den Deutschen Schwimm-Verband ein starker Start in die WM. Gleich am ersten Wettkampftag in der Duna Aréna durfte sich der DSV über eine Medaille freuen. Märtens ist zudem der erste deutsche Schwimmer seit Weltrekordler Paul Biedermann 2011 in Shanghai (Bronze), der auf dieser Strecke WM-Edelmetall holte.

Der Magdeburger Teamkollege von Olympiasieger Florian Wellbrock, mit dem er in der starken Trainingsgruppe von Langstrecken-Bundestrainer Bernd Berkhahn schwimmt, hatte bereits zuvor in diesem Jahr auf sich aufmerksam gemacht. Märtens war als Weltjahresbester über 400, 800 und 1500 Meter in die ungarische Hauptstadt gereist.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio war Märtens coronabedingt noch vor fast leeren Rängen geschwommen. Nun zeigte er sich bei seiner WM-Premiere in Budapest zwar beeindruckt von der lauten Halle und war im Vorlauf auch ein wenig nervös. Die äußeren Umstände beeinflussten ihn aber nicht negativ – im Gegenteil. Schon an diesem Sonntag springt Märtens über 200 Meter Freistil erneut ins Becken.

jan/dpa