Schwimmen Weltverband kündigt »offene Kategorie« für Transgender-Athleten an

Die Fina hat neue Regeln für Transgender-Athletinnen bei Schwimmwettkämpfen festgelegt. Der Weltverband stimmte dafür, die Teilnahme von Transmenschen an Wettbewerben für Frauen einzuschränken.
Die Entscheidung des Weltverbands erfolgt vor dem Hintergrund einer Debatte über die Transgender-Schwimmerin Lia Thomas

Die Entscheidung des Weltverbands erfolgt vor dem Hintergrund einer Debatte über die Transgender-Schwimmerin Lia Thomas

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Kathryn Riley / Getty Images

Der Weltverband Fina hat neue Regeln für Transgender-Athletinnen bei Schwimmwettkämpfen festgelegt. Nach diesen Regeln dürfen sie nur an Frauen-Wettbewerben teilnehmen, wenn sie ihre Geschlechtsanpassung bis zum Alter von zwölf Jahren abgeschlossen haben. Die Fina hat zudem eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die an einer sogenannten offenen Wettkampfkategorie arbeiten soll.

»Ich möchte nicht, dass einem Athleten gesagt wird, er kann nicht an einem Wettkampf auf höchstem Niveau teilnehmen«, sagte Verbandspräsident Al-Musallam auf einem außerordentlichen Kongress während der Schwimm-WM in Budapest. »Ich werde eine Arbeitsgruppe einsetzen, um eine offene Kategorie bei unseren Rennen einzurichten«, sagte Al-Musallam weiter. »Wir werden der erste Verband sein, der das macht.«

Gemäß den neuen Regeln dürften Transfrauen nur dann an Frauen-Wettkämpfen teilnehmen, wenn sie unter anderem zur Zufriedenheit der Fina nachweisen können, dass sie keinen Teil der männlichen Pubertät über ein bestimmtes Stadium (Tanner-Stadium 2) hinaus oder vor dem Alter von 12 Jahren erlebt haben, je nachdem, was später eintritt.

Transfrau Lia Thomas zuletzt im Fokus

Die 24-seitige Richtlinie  enthält auch Vorschläge für die neue Kategorie »offener Wettbewerb«. Die Fina habe eine neue Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich in den nächsten sechs Monaten mit der Frage beschäftigen wird, wie man diese neue Kategorie am effektivsten einrichten kann. Die neue Richtlinie gilt bereits ab Montag.

Die Entscheidung des Weltverbands erfolgt vor dem Hintergrund einer Debatte über die Transgender-Schwimmerin Lia Thomas. Die als Mann geborene 22-jährige US-Studentin hatte im März als erste Transgender-Schwimmerin einen Titel bei College-Meisterschaften gewonnen. (Lesen Sie hier mehr dazu .)

Beim Fina-Kongress entschieden sich am Sonntag 71,5 Prozent der Teilnehmer für das neue Regelwerk. Zuvor hatte es bei der Veranstaltung Reden von Arbeitsgruppen aus Sportlern, Wissenschaftlern und Medizinern sowie Fachleuten für Menschenrechte gegeben.

ngo/dpa/Reuters
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