Regatta Vendée Globe Mast gebrochen – Mitfavorit Troussel gibt auf

Die Vendée Globe wird ihrem Ruf als härteste Regatta auch in diesem Jahr gerecht: Die Jacht von Nicolas Troussel erlitt einen Mastbruch. Auch der Deutsche Boris Herrmann geriet in Schwierigkeiten.
Das Boot von Nicolas Troussel – hier noch unversehrt im Starthafen vor dem Rennen

Das Boot von Nicolas Troussel – hier noch unversehrt im Starthafen vor dem Rennen

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CAROLINE BLUMBERG/EPA-EFE/Shutterstock

Bei der Soloweltumseglung Vendée Globe gibt es einen ersten Mastbruch. Geschehen ist der Zwischenfall am Morgen auf der französischen Jacht »Corum L'Épargne«. Skipper Nicolas Troussel lag zu dem Zeitpunkt auf dem siebten Platz. Das Unglück ereilte ihn etwa 260 Seemeilen nordwestlich der Kapverden. Näheres zu den Umständen wurde zunächst nicht bekannt. Troussel blieb nach eigenen Angaben aber unverletzt. Er sondierte zunächst die Reparaturmöglichkeiten, gab das Rennen aber später auf.

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Es ist nicht der erste Zwischenfall auf der Regatta: Mitfavorit Jérémie Beyou (»Charal«) war bereits mit einem Schaden am Ruder in den Starthafen zurückgekehrt, er will das Rennen aber neu aufnehmen.

Die Flotte wird weiter vom britischen Topfavoriten Alex Thomson (»Hugo Boss«) angeführt, der seinen Vorsprung auf Jean Le Cam (»Yes We Cam«) auf 80 Seemeilen ausgebaut hat. Boris Herrmann liegt auf Platz zwölf. Der Hamburger hat am Montag Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 32 Knoten (60 km/h) gemessen. Später beklagte er auf Twitter  die zunehmenden Winde. »Ich versuche nur, das Biest zu zähmen«, schrieb er und fügte an: »Ich will den Mast nicht verlieren.«

Die Vendée Globe gilt unter den Weltumseglungen als besonders prestigeträchtig und schwer zu meistern. Rund 46.000 Kilometer legen die Segler zurück, sie sind dabei ganz auf sich gestellt.

Start und Ziel ist der Hafen von Les Sables d’Olonne in Frankreich, von da geht es allein und nonstop über den Atlantik rund um die Antarktis, durch Stürme entlang der Treibeisgrenze. Im besten Fall dauert die Regatta weniger als 80 Tage. Die schnellsten Boote werden Mitte Januar in Frankreich zurückerwartet. Die durchschnittliche Ausfallquote der ersten acht Auflagen des Rennens betrug 46,7 Prozent.

Seit 1989 findet das Rennen alle vier Jahre statt. Immer wieder kam es zu teils schweren Unfällen. 1992/1993 starb Nigel Burgess unter bis heute ungeklärten Umständen. 1996/1997 ging Gerry Roufs in einem Sturm über Bord und wurde nie gefunden. Weitere Boote kenterten oder gingen zu Bruch.  

Beim bislang letzten Rennen vor vier Jahren beendeten elf Boote das Rennen nicht. Die Gründe für die Aufgaben: vom Pottwal gerammt worden, Mastbruch, kaputter Kiel oder Erschöpfung. Selbst Container, die als Fracht irgendwo über Bord gingen und dann unter der Oberfläche treiben, können unbemerkt zur Gefahr werden.

ara/dpa
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