19. Tour-Etappe Cavendish gewinnt im Massensprint

Am Ende einer flachen Etappe konnte sich Top-Sprinter Mark Cavendish vor Thor Hushovd und Gerald Ciolek durchsetzen. Damit feierte der Brite bereits seinen fünften Tagessieg in diesem Jahr - die Favoriten auf den Gesamtsieg schonten sich für den Mont Ventoux am Sonnabend.


Hamburg - Mark Cavendish bleibt der überragende Sprinter der 96. Tour de France. Der 24-Jährige Brite vom Columbia-HTC-Team entschied die 19. Etappe der Frankreich-Rundfahrt für sich und feierte damit bereits seinen fünften Tagessieg.

Zweiter nach 178 Kilometern von Bourgoin-Jallieu nach Aubenas wurde im Massenspurt der Norweger Thor Hushovd vor Gerald Ciolek.

Unter den Favoriten kam es einen Tag vor dem großen Kräftemessen auf dem berühmt-berüchtigten Mont Ventoux zu einem Stillhalteabkommen. Alberto Contador, der am Donnerstag auch das Einzelzeitfahren gewonnen hatte, verfügt weiter über einen komfortablen Vorsprung von 4:11 Minuten auf den Luxemburger Andy Schleck. Der siebenmalige Toursieger Armstrong, der am Donnerstag das Elektronik-Kaufhaus RadioShack als Sponsor seines neuen Teams präsentiert hatte, bleibt Gesamtdritter.

Cavendish feierte seinen insgesamt neunten Tour-Etappensieg und liegt nur noch drei Tageserfolge hinter Erik Zabel. Zugleich ist er britischer Rekord-Etappengewinner. Durch seinen fünften Sieg bei der diesjährigen Tour zog der Columbia-Profi in der ewigen Bestenliste mit Armstrong gleich, der 2004 ebenfalls fünf Etappen gewann. An der Spitze der Rekordliste stehen Charles Pelissier (1930), Eddy Merckx (1970, 1974) und Freddy Maertens (1976), die es auf acht Etappensiege bei einer Tour brachten.

Beim Columbia-Zug griff wieder einmal ein Rädchen perfekt ins andere, das Finale wurde perfekt vorbereitet und Cavendish brauchte nur noch zu vollenden. "Wir sind jetzt in den Sprints wieder da, wo wir vor zehn Jahren waren. Es gibt wieder einen richtigen Zug", sagte Team-Berater Zabel.

Die Favoriten taten indes gut daran, nicht zu viele Kräfte zu vergeuden. Schließlich kommt es am Samstag zum Schlagabtausch auf dem Mont Ventoux (ab 11.50 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). "Mein alter Freund Mont Ventoux. Dort wird es Krieg geben", prophezeite Armstrong.

Auch der bislang souveräne Contador will nicht eher vom Toursieg sprechen, bis er nicht das Observatorium auf dem Gipfel erreicht hat: "Ich darf mir keinen Fehler erlauben." Unter normalen Umständen dürfte der Spanier auf dem 21,1 Kilometer langen Anstieg den zweiten Toursieg nicht mehr aus den Händen geben.

Dahinter ist das Tour-Podium hart umkämpft. Andy Schleck, Armstrong, Bradley Wiggins, Andreas Klöden und Frank Schleck liegen allesamt innerhalb von 1:48 Minuten. "Wir werden angreifen und alles riskieren. Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert. Ich denke, wir können ein ähnliches Szenario erleben wie auf dem Weg nach Le Grand-Bornand", sagt Andy Schleck und hofft, mit seinem Bruder in Paris auf dem Podium zu stehen. Armstrong, der bei der Tour fast alles gewann, fehlt noch ein Sieg am Ventoux.

Im Jahr 2000 erreichte der Amerikaner hinter dem inzwischen verstorbenen Marco Pantani als Zweiter das Ziel. Den letzten Sieg am Provence-Berg feierte vor sieben Jahren der Franzose Richard Virenque.

luk/sid/dpa



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Brieli 02.07.2009
1.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Wie üblich. Beides. Ist doch egal, ob ein Doper mehr oder weniger mitfährt.
Parisienne, 02.07.2009
2.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Ach ja, es ist wieder so weit, die Tour de Farce! Allein die Schlamperei der WADA mit dem Sinkewitz-Protokoll zeigt doch, in welch katastrophalem Zustand sich der Radsport noch immer befindet. Dann wurde auch gleich noch Thomas Dekker positiv auf EPO getestet, wunderbar. Wer noch immer daran glaubt, der Radsport könnte in absehbarer Zeit wieder sauber sein, tut mir einfach nur leid. Und Lance Armstrong? Was hat eigentlich Jan Ulrich die nächsten Wochen so vor?
DickBush, 02.07.2009
3. Lance setzt ein gutes Signal an
Auch andere Sportarten sind von der Drogenplagge nicht frei gewesen, im Radsport hat man aber ganz hart und konsequent gehandelt. Die Tour war und ist eine in jedem Bezug tolle Veranstaltung, es ist ein Glücksfall daß sich der große Lance wieder zum Wort gemeldet hat!
a.narchist, 02.07.2009
4. Als Kind die Friedensfahrt, später die Tour der Leiden ...
heute totale Radsport-Abstinenz. Allerdings gucke ich mir auch keine Leichtathletik-Wettbewerbe mehr an und keine ... Der ganze versiffte Kommerz-Sport kann mir gestohlen bleiben. Kälbermast-Mittel für Menschen und für Menschen gedachte Arzeneien den Pferden verabreicht. Olympiasieger - zwei Jahre Sperre - Weltmeister und wieder gedopt, die Karriere von Kugelstoßern. Hammerwerferinnen, die echt "der Hammer" sind und nun der König des Doping wieder auf dem Rad. Wer da noch mitfiebert, sollte einen Arzt aufsuchen oder die eigenen Medikamente absetzen.
Shiraz, 02.07.2009
5.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Hihi, alle Jahre wieder:-) Verseucht, verlogen, versaut. Schau ich mir nicht mehr an.
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