20. Tour-Etappe Garate gewinnt am Mont Ventoux, Contador verteidigt Gelb

Gesamtsieg bei der Tour de France gesichert: Alberto Contador fährt am Sonntag im Gelben Trikot nach Paris. Der Spanier verteidigte am Anstieg zum Mont Ventoux seinen Vorsprung auf Andy Schleck und Lance Armstrong. Den Tagessieg holte sich Rabobank-Profi Juan Manuel Garate - knapp vor Tony Martin.


Hamburg - Alberto Contador ist sein zweiter Gesamtsieg bei der Tour de France wohl nicht mehr zu nehmen: Der Spanier vom Team Astana verteidigte auf dem vorletzten Teilstück der 96. Frankreich-Rundfahrt das Gelbe Trikot und den Vorsprung auf seine Verfolger.

Der deutsche Columbia-Profi Tony Martin verpasste dagegen den größten Erfolg seiner Karriere. Der 24-Jährige verlor den Schlussspurt auf dem 1912 Meter hohen Provence-Berg gegen seinen spanischen Flucht-Gefährten Juan Manuel Garate (Rabobank). "Wenn man so viel Aufwand betreibt und am Ende mit leeren Händen dasteht, ist das frustrierend. Wenn ich gewusst hätte, dass das Ziel direkt nach der Kurve kommt, hätte ich auch gewinnen können", sagte Martin.

Contador wurde zeitgleich hinter Andy Schleck (Saxo Bank) Tagesvierter und hat in der Gesamtwertung weiterhin 4:11 Minuten Vorsprung auf den Luxemburger. "Ich hatte gute Beine und konnte bei den Attacken immer reagieren. Wir konnten die Etappe sehr gut unter Kontrolle halten", sagte Contador nach dem 20. Teilstück über 167 Kilometer. Zugleich freute er sich über den Tagessieg seines Landsmanns Garate: "Das ist ein toller Tag für den spanischen Radsport."

Lance Armstrong (Astana) belegte den fünften Platz und wird am Sonntag als Gesamtdritter (5:24 zurück) vier Jahre nach seinem Rücktritt wieder auf dem Podest der Tour de France stehen. Für den 37 Jahre alten US-Amerikaner ist es die achte Tour-Podestplazierung seiner Karriere, damit stellte er die Bestmarke des Franzosen Raymond Poulidor ein. Andreas Klöden ist als bester deutscher Radprofi Gesamtsechster (6:42 zurück).

30 Kilometer nach dem Start hatte sich eine 16 Fahrer umfassende Ausreißergruppe vom Feld gelöst. Zwischenzeitlich hatten die Flüchtlinge, darunter Martin, einen Vorsprung von rund zehn Minuten auf Contador und Co. herausgefahren. Am Fuß des Schlussanstiegs war dieser auf vier Minuten geschmolzen, aber viel näher kamen die Favoriten lange nicht. Martin und sein am Ende einziger Wegbegleiter Garate retteten einen Vorsprung von 38 Sekunden ins Ziel und machten auf den letzten Metern den Tagessieger unter sich aus - mit dem besseren Ende für den Spanier vom Rabobank-Team.

Auf der letzten Etappe herrscht am Sonntag (ab 13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) traditionell ein Nichtangriffspakt zwischen den Favoriten. Contador könnte auf den 164 Kilometern zwischen Montereau-Fault-Yonne und den Champs Elysées in Paris nur noch ein schwerer Sturz von seinem zweiten Toursieg abhalten.

wit/sid/dpa



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Brieli 02.07.2009
1.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Wie üblich. Beides. Ist doch egal, ob ein Doper mehr oder weniger mitfährt.
Parisienne, 02.07.2009
2.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Ach ja, es ist wieder so weit, die Tour de Farce! Allein die Schlamperei der WADA mit dem Sinkewitz-Protokoll zeigt doch, in welch katastrophalem Zustand sich der Radsport noch immer befindet. Dann wurde auch gleich noch Thomas Dekker positiv auf EPO getestet, wunderbar. Wer noch immer daran glaubt, der Radsport könnte in absehbarer Zeit wieder sauber sein, tut mir einfach nur leid. Und Lance Armstrong? Was hat eigentlich Jan Ulrich die nächsten Wochen so vor?
DickBush, 02.07.2009
3. Lance setzt ein gutes Signal an
Auch andere Sportarten sind von der Drogenplagge nicht frei gewesen, im Radsport hat man aber ganz hart und konsequent gehandelt. Die Tour war und ist eine in jedem Bezug tolle Veranstaltung, es ist ein Glücksfall daß sich der große Lance wieder zum Wort gemeldet hat!
a.narchist, 02.07.2009
4. Als Kind die Friedensfahrt, später die Tour der Leiden ...
heute totale Radsport-Abstinenz. Allerdings gucke ich mir auch keine Leichtathletik-Wettbewerbe mehr an und keine ... Der ganze versiffte Kommerz-Sport kann mir gestohlen bleiben. Kälbermast-Mittel für Menschen und für Menschen gedachte Arzeneien den Pferden verabreicht. Olympiasieger - zwei Jahre Sperre - Weltmeister und wieder gedopt, die Karriere von Kugelstoßern. Hammerwerferinnen, die echt "der Hammer" sind und nun der König des Doping wieder auf dem Rad. Wer da noch mitfiebert, sollte einen Arzt aufsuchen oder die eigenen Medikamente absetzen.
Shiraz, 02.07.2009
5.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Hihi, alle Jahre wieder:-) Verseucht, verlogen, versaut. Schau ich mir nicht mehr an.
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