200-Meter-Finale Griechische Fans feiern Kenteris

Es war der erste Finalauftritt eines deutschen Sprinters seit 20 Jahren. Für Tobias Unger endete er mit dem siebten Platz. Die griechischen Zuschauer sorgten indes vor dem Start für viel Unruhe.


Keine Spur der Enttäuschung: Trotz des siebten Platzes war Tobias Unger nach dem Finale von Athen zufrieden
DPA

Keine Spur der Enttäuschung: Trotz des siebten Platzes war Tobias Unger nach dem Finale von Athen zufrieden

Athen - Das bisher so begeisterungsfähige und faire griechische Publikum sorgte vor dem Start des 200-Meter-Finals für eine rund zehnminütige Verzögerung. Durch ein gellendes Pfeifkonzert und "Hellas, Hellas"-Sprechchöre behinderten die Anhänger des unter Dopingverdacht stehenden Siegers von Sydney 2000, Kostas Kentiris, die sieben angetretenen Sprinter in ihren Startvorbereitungen.

Die Läufer mussten immer wieder wegen des viel zu hohen Lärmpegels aus den Startblöcken, Frank Fredericks aus Namibia versuchte mit bittenden Gesten die Fans um Ruhe. "Eine Schande und eine Missachtung des Fairplay", kritisierte Helmut Digel, der Vizepräsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes. Nach einem zwischenzeitlichen Fehlstart konnte das Finale endlich gestartet werden. "Das war eine Sauerei. Man kann sich im Sport doch nicht alles erlauben", befand der deutsche Meister Unger die Pfiffe schon während des Halbfinals als grob unfair.

Im Endlauf musste der Kornwestheimer Unger, der erste deutsche Sprinter in einem 200-m-Finale seit 20 Jahren, auf der ungeliebten ersten Bahn laufen. "Ich mache eher große Schritte und daher liegt sie mir nicht", erklärte Unger nach dem Rennen. Ein weiterer Nachteil war die Tatsache, dass Asafa Powell aus Jamaika auf Bahn zwei nicht antrat und Unger daher dem Feld hinterherlaufen musste.

Amerikanische Dominanz: Alle drei Medaillen über 200 m gingen an die USA
DPA

Amerikanische Dominanz: Alle drei Medaillen über 200 m gingen an die USA

Am Ende reichte es zu Platz sieben in 20,64 Sekunden. "Der Start hat sich lange verzögert, da musste ich erst einmal mit klar kommen. Aber mit Platz sieben bin ich trotzdem zufrieden", sagte der Kornwestheimer. Ganz vorn landeten gleich drei Amerikaner: Shawn Crawford lief mit 19,79 Sekunden eine neue Weltjahresbestzeit, Silber gewann Bernard Williams und Bronze ging an 100-m-Olympiasieger Justin Gatlin.

Schon bei der Siegerehrung des Weitsprung-Olympiasiegers aus den USA hatte es Pfiffe im weiten Rund gegeben. Es siegte Dwight Phillips mit einer Weltklasseleistung von 8,59 Metern vor seinem Landsmann John Moffitt (8,47 Meter) und Joan Lino Martinez aus Spanien (8,32 Meter).



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.