200 Meter Freistil Biedermann schwimmt zu EM-Gold

Eine Klasse für sich: Paul Biedermann hat die Goldmedaille über 200 Meter Freistil gewonnen - und damit seinen EM-Titel verteidigt. Auch im Turmspringen konnte das deutsche Team eine Medaille feiern: Patrick Hausding holte Silber vom Ein-Meter-Brett.

Schwimm-Star Biedermann: Weltbestzeit verpasst, Titel gewonnen
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Schwimm-Star Biedermann: Weltbestzeit verpasst, Titel gewonnen


Hamburg - Doppel-Weltmeister Paul Biedermann hat bei der Schwimm-EM in Budapest seinen Titel über 200 Meter Freistil erfolgreich verteidigt. Der 24-Jährige verwies auf seiner Spezialstrecke in 1:46,06 Minuten den Russen Nikita Lobintsew (1: 46,51) und den Niederländer Sebastiaan Verschuren (1:46,91) auf die Plätze zwei und drei. Allerdings blieb Biedermann 45 Hundertstelsekunden über der Jahres-Weltbestzeit von Rekord-Olympiasieger Michael Phelps aus den USA. "Ich habe mir selber auch viel Druck gemacht. Ich bin nicht zufrieden mit der Zeit, ich hatte mir mehr vorgestellt", sagte Biedermann und fügte lachend hinzu: "Irgendwie liegt mir das Budapester Wasser nicht, hoffentlich findet hier nicht wieder eine EM statt." Zum EM-Auftakt am Montag hatte sich Biedermann über 400 Meter Freistil mit Silber begnügen müssen. Sein dortiger Bezwinger, der Franzose Yannick Agnel, war über 200 Meter nicht am Start.

Wasserspringer Patrick Hausding hat Silber vom Ein-Meter-Brett gewonnen. Der 21-Jährige musste sich mit 430,25 Punkten nur dem Ukrainer Ilja Kwascha (433,90) geschlagen geben. Bronze holte der Spanier Javier Illana (414,35). Hausding sorgte mit seiner Medaille auch für Erleichterung bei den Springern. Bei der WM im Vorjahr in Rom war die Sparte des Deutschen Schwimm-Verbandes ohne Edelmetall geblieben. Dagegen enttäuschte Pavlo Rozenberg. Der gebürtige Ukrainer, der für Deutschland startet und bei der letzten EM noch Bronze gewonnen hatte, schied nach einem verpatzten Sprung als 27. im Vorkampf aus.

Daniela Schreiber hat über 100 Meter Freistil keine Chance auf eine Medaille gehabt. Schreiber, die am Montag die 4x100-Meter-Freistilstaffel als Schlussschwimmerin zum Titel geführt hatte, kam in 55,11 Sekunden auf Platz sieben. Gold gewann die Britin Francesca Halsall (53,58) vor der Bulgarin Alexandra Herasimenia (53,82) und der Niederländerin Femke Heemskerk (54,12). Doppel-Weltmeisterin Britta Steffen verfolgte das Rennen von der Tribüne. Sie hatte wegen gesundheitlicher Probleme auf die EM-Teilnahme verzichten müssen.

Markus Deibler ist über 200 Meter Lagen nicht über den achten Platz hinausgekommen. Er hatte in 2:00,86 Minuten im Finale keine Chance auf eine vordere Platzierung. Der Ungar Laszlo Cseh verteidigte beim Heimspiel seinen Titel erfolgreich. In 1:57,73 Minuten blieb Cseh vor dem Österreicher Markus Rogan (1:58,03) und dem Briten Joe Roebuck (1:59,46).

Der Franzose Sebastien Rouault hat Gold über 1500 Meter Freistil gewonnen. Der EM-Vierte über 400 Meter verwies in 14:55, 17 Minuten den 19-Jährigen Färöer-Schwimmstar Pal Joensen (14:56, 90) und den Italiener Samuel Pizzetti (14:59,76) auf die Plätze zwei und drei. Deutsche Schwimmer waren auf dieser Strecke nicht am Start.

Die deutsche Meisterin Sarah Poewe und Caroline Ruhnau haben eine Medaille über 100 Meter Brust verpasst. Poewe schwamm in 1:08,60 Minuten auf Rang fünf, Ruhnau wurde Sechste (1:08,68). Den Titel sicherte sich die Russin Julia Jefimowa (1:06,32) vor den zeitgleichen Rikke Pedersen aus Dänemark und Jennie Johansson aus Schweden (beide 1:07,36).

luk/sid/dpa



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