24-Stunden-Rennen 381 Runden und eine Schrecksekunde

Achter Erfolg für Audi: Beim Klassiker von Le Mans triumphierten Tom Kristensen, Allan McNish und Rinaldo Capello gemeinsam über Peugeot. 381 Runden absolvierten die Sieger an einem Tag - kurz vor Schluss musste allerdings noch einmal gezittert werden.


Hamburg - Trotz einer Kollision rettete Audi bei einem der knappsten Rennen in der Geschichte der 24 Stunden von Le Mans den Sieg ins Ziel. Der Däne Tom Kristensen triumphierte vor 258.000 Zuschauern im Audi R10 TDI zusammen mit seinen Partnern Allan McNish (Schottland) und Rinaldo Capello (Italien).

Audi-Fahrer Capello: Siegte mit seinen Teamkollegen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans.
AFP

Audi-Fahrer Capello: Siegte mit seinen Teamkollegen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

"Das war ein grandioser Zweikampf mit Peugeot. Wir mussten bis zur letzten Runde zittern", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich und lobte die Fahrer: "Das Tempo war unglaublich hoch. Bei diesen schwierigen Bedingungen die Nerven und die Konzentration zu behalten, ist beeindruckend."

"Das war ein echter Audi-Tag. Es ist ein fantastischer Moment, den ich noch lange genießen werde", sagte Kristensen nach dem Rennen.

Für die Ingolstädter war es der fünfte Sieg in Folge und der achte insgesamt beim wichtigsten 24-Stunden-Rennen der Welt - und das in nur neun Jahren. Das Audi-Trio hatte nach 381 Runden einen Vorsprung von einer Runde auf den ehemaligen Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve (Kanada), Nicolas Minassian (Frankreich) und Marc Gené (Spanien), die im Peugeot 908 HDI den zweiten Rang belegten.

Zwei Stunden vor dem Rennende geriet der Sieg noch einmal in Gefahr, nachdem ausgerechnet Kristensen beim Überrunden mit einem langsameren Konkurrenten kollidierte und sich drehte.

Doch es war kein zusätzlicher Boxenstopp nötig. Ullrich: "Bei so einer Kollision weiß man ja nie. Es hätte jederzeit etwas am Auto kaputtgehen können. Da kann man nur hoffen und beten."

Audi und Peugeot setzten bei der 76. Auflage des Rennens jeweils drei 700 PS starke Diesel-Sportwagen ein. Peugeot belegte noch die Plätze drei und fünf, der deutsche Rivale folgte auf den Positionen vier und sechs. Der Peugeot war zwar wie erwartet das schnellste Auto im Feld, doch mit einsetzendem Regen am frühen Sonntagmorgen war der Audi schneller. Dabei beeindruckte Kristensen, der Villeneuve gegen fünf Uhr morgens von der Spitze verdrängte.

Dessen Teamkollege Christian Klien (Österreich), in der Formel 1 als Testfahrer bei BMW-Sauber unter Vertrag, hatte in einem weiteren Peugeot mit dem Franzosen Frank Montagny und Ricardo Zonta aus Brasilien auf Rang drei einen Rückstand von zwei Runden.

Die beiden weiteren Audi-Trios Lucas Luhr/Alexandre Premat/Mike Rockenfeller (Koblenz/Frankreich/Neuwied) und Frank Biela/Emanuele Pirro/Marco Werner (Neuss/Italien/Ermatingen) belegten mit sieben und 14 Runden Rückstand die Gesamtränge vier und sechs.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen verpasste den anvisierten Klassensieg nur wegen einer defekten Antriebswelle am Aston Martin. Immerhin aber sah der Mönchengladbacher auf Gesamtrang 16 und als Vierter der GT2-Kategorie die Zielflagge.

Mit permanenten Bestzeiten an der Spitze war der Klassiker bis zum einsetzenden Regen das schnellste Rennen in der Geschichte seit der ersten Austragung 1923. Der Rundenrekord wurde von Peugeot-Pilot Stephane Sarrazin um gleich 7,782 Sekunden unterboten.

jar/sid



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