35. America's Cup Was Sie über die Jagd nach der Silberkanne wissen müssen

Der 35. America's Cup startet, und Neuseeland will mit Radprofis den Top-Favoriten USA überraschen. Gelingt das? Wie funktioniert überhaupt der Modus? Die wichtigsten Informationen zum Segelwettbewerb.

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Worum geht es?

Um den Sieg beim prestigeträchtigsten Segelrennen der Welt. Und um die älteste Sporttrophäe (das erste Rennen war 1851) - die legendäre "Silberkanne". Der Weg dorthin ist lang: Am Samstag (19 Uhr MESZ) startet das Herausforderer-Segelrennen. Fünf Teams aus Neuseeland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und Japan kämpfen zunächst um den Platz im eigentlichen 35. America's Cup, dem Finale am 17. Juni.

Die besten vier Herausforderer ziehen in die Challenger Playoffs ein, die am 4. Juni beginnen. Der Qualifikationssieger darf sich seinen Gegner selbst wählen. Die Halbfinal-Gewinner treffen ab dem 10. Juni aufeinander. Die Rennen werden im Match-Race-Modus (Eins-gegen-Eins) ausgetragen. Im Finale wartet dann Titelverteidiger Team Oracle aus den USA. Die Entscheidung dort fällt im "First-to-Seven"-Modus. Wer also in 13 Rennen als Erstes sieben Siegpunkte eingefahren hat, krönt sich zum Gewinner.

Wer ist der Favorit?

Oracle triumphierte 2010 und 2013 nach einer spektakulären Aufholjagd. Auch beim diesjährigen Wettbewerb gilt die Mannschaft als Top-Favorit. Chef Larry Ellison hat internationale Spitzensegler um sich geschart. Der neuseeländische Stratege Russell Coutts zieht die Fäden, auch Australier wie Steuermann James Spithill und Olympiasieger Tom Slingsby sind prägende Figuren.

Auch Neuseeland mit dem Team Emirates darf sich Hoffnungen machen. Die Mannschaft geht einen besonderen Weg: Neuseeland setzt auf die Beinkraft von Radprofis. Auf ihrem lange geheim gehaltenen Boot kommen Fußpedalen statt Handkurbeln zum Einsatz. Vier Segler sitzen im Sattel und treten in die Pedale. In den Trainingsregatten konnte zudem das schwedische Team Artemis beeindrucken. Das britische BAR-Team um den viermaligen Olympiasieger Ben Ainslie startet als Sieger der vorgeschalteten Weltserie mit zwei Bonuspunkten.

Was ist das Besondere an den Booten?

Die Boote sind in diesem Jahr 7,5 Meter kürzer als ihre Vorgänger. Die fortgeschrittene Tragflächentechnik macht sie zu den schnellsten Segelbooten der Geschichte: Bei entsprechenden Windbedingungen werden sie dauerhaft zwischen 80 und 100 Stundenkilometer erreichen. Die Energie wird von den sechs Seglern an Bord erzeugt: Sie bedienen Kurbeln und speisen Hydrauliksysteme. (Mehr zur Technik erfahren Sie hier.)

Wo wird gesegelt?

Im Great Sound, einer Bucht vor den Bermuda-Inseln. Laut Veranstalter biete der Kurs hervorragende Bedingungen und die Möglichkeit zum sogenannten Stadion-Segeln, sodass die Zuschauer nah dran sind. Die Teams sind spätestens seit April mit voller Besatzung auf dem Kurs im Atlantik. Die ersten Testfahren begannen bereits 2015.

Wo kann ich die Wettkämpfe verfolgen?

Servus TV hat sich die Bildrechte für das deutsche Free-TV gesichert. Bis zu den Herausforderer-Playoffs sind die meist um 19 Uhr MESZ beginnenden Rennen im Livestream bei servustv.com zu sehen. Ab dem 4. Juni startet der Sender mit den Liveübertragungen im Fernsehen. Sky überträgt im Pay-TV live. Geplant sind Übertragungen an bis zu 21 Abenden. Experten sind "Weltsegler" Jochen Schümann (Sky) sowie die Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher auf Servus TV.

jan



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
gersois 26.05.2017
1.
Ich freue mich auf spannenden Rennen (besser als F1) und hoffe auf gute Bilder!
jj2005 26.05.2017
2. Alternative Energie
"Bei entsprechenden Windbedingungen werden sie dauerhaft zwischen 80 und 100 Stundenkilometer erreichen. Die Energie wird von den sechs Seglern an Bord erzeugt: Sie bedienen Kurbeln und speisen Hydrauliksysteme." Das mit der Geschwindigkeit mag stimmen, aber Scotty sagt, "die Energie" wird hier eindeutig vom Wind kommen ;-)
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