8. Tour-Etappe Calzati lässt Franzosen jubeln

Die Sprinter kämpften auf der achten Etappe der Tour de France nur um den vierten Platz. Im Ziel der 181 Kilometer langen Etappe von Saint-Méen-le-Grand nach Lorient stahl ihnen ein Solokämpfer die Show.


Lorient - Sylvain Calzati (A2R) siegte, nachdem sich der Franzose etwas mehr als 20 Kilometer vor dem Ziel allein aus einer zerfallenden Ausreißergruppe hatte absetzen können, der auch David Zabriskie (CSC) und Matthias Kessler (T-Mobile) angehörten. Zabriskie hatte vor dem Start 2:03 Rückstand auf den Gesamtführenden Sergej Gontschar gehabt und lag phasenweise in der virtuellen Wertung vorn, wurde aber rund 15 Kilometer zusammen mit Kessler und einem weiteren Fahrern vorm Ziel vom Feld gestellt.

Das wiederum war sich zum Schluss uneins in der Verfolgung der sechs Profis, die bis zu 7:30 Minuten Vorsprung herausgefahren hatten, weshalb die Sprinter díeses Mal nicht zum Zuge kamen. Pech hatte Weltmeister Tom Boonen, der 15 Kilometer vom Ziel einen Platten hatte und den Vorderreifen wechseln musste.

Calzati sorgte mit der Zeit von 4:13:18 Stunden für den zweiten französischen Sieg nach dem Erfolg von Jimmy Casper auf der ersten Etappe. Zweiter wurde 2:05 Minuten zurück der Finne Kjell Carlström (Liquigas-Bianchi) vor dem Franzosen Patrice Halgand (Crédit Agricole). Das Hauptfeld folgte geschlossen kurz danach. Am Montag steht der erste Ruhetag der Tour an.

Am Dienstag startet Gontschar dann mit genau einer Minute Vorsprung auf den zweitplatzierten US-Amerikaner Floyd Landis (Phonak) in die letzte Flachetappe, bevor es in die Berge geht. In Lauerstellung liegen seine T-Mobile-Kollegen Michael Rogers (Australien) als Dritter (1:08 Minuten zurück), Patrik Sinkewitz (Fulda) als Vierter (1:45) und Klöden als Sechster (1:50). "Bei aller Freude müssen wir vorsichtig bleiben, denn ein bis zwei Minuten sind in den Bergen schnell weg", warnte Teamchef Olaf Ludwig allerdings. Dann könne sich die Taktik schnell ändern, bis dahin aber gelte, "der Mann in Gelb ist der Kapitän", so Ludwig.

Doch auch Klöden und Sinkewitz wittern ihre Chance: "Unter den Mitfavoriten ist keiner, den ich nicht 2004 schon geschlagen hätte", sagt der damalige Tourzweite Klöden: "Ich habe gemerkt, dass meine Form von Tag zu Tag besser geworden ist und denke, dass ich mich bis zu den Bergen noch steigern kann." Das hofft auch Sinkewitz: "Ich kann kaum glauben, dass ich soweit vorne gelandet bin. Aber ich weiß, dass meine Form sehr gut ist und traue mir auch in den Bergen ein gutes Rennen zu. Wir haben uns in Straßburg gegenseitig versprochen, zu kämpfen und alles zu geben."

mt/sid



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