800-Meter-Weltmeisterin Verband will Semenyas Comeback verhindern

Südafrikas Leichtathletikverband hat die Sperre gegen die Läuferin Caster Semenya offiziell bestätigt. Der Verband will die Ergebnisse des Geschlechtstests durch den Weltverband IAAF abwarten. Semenya hatte für Mitte Februar ihren Start bei kleineren Meetings angekündigt.

800-Meter-Weltmeisterin Semenya: Verband bestätigt ihr Startverbot
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800-Meter-Weltmeisterin Semenya: Verband bestätigt ihr Startverbot


Hamburg - 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya darf nicht bei internationalen Wettkämpfen starten. Das verkündete am Donnerstag Südafrikas Leichtathletik-Verband ASA. Der nationale Verband will damit verhindern, dass die 19-Jährige, die Geschlechtsmerkmale sowohl einer Frau als auch eines Mannes besitzen soll, noch im kommenden Monat ihr Comeback geben kann. "Wir können ihr die Starts erst erlauben, wenn der Weltverband IAAF für Aufklärung sorgt und die Ergebnisse des Geschlechtstests veröffentlicht", teilte ASA-Sprecher Ray Mali mit.

Nach Rücksprache mit Semenyas Anwalt hatte ihr Trainer Michael Seme verkündet, dass die Läuferin ab dem 19. Februar bei kleineren Meetings in ihrer Heimat starten will. "Gott allein weiß, ob sie dort laufen wird oder nicht", sagte nun ihr Vater Jacob. Semenya hatte im August 2009 bei der WM in Berlin das 800-Meter-Finale der Frauen in 1:55,45 Minuten vor Janeth Jepkosgei (Kenia/1:57,90) gewonnen. Dies kam einer deutlichen Leistungssteigerung gleich, denn international war Semenya zuvor weitgehend unbekannt.

Nach dem Rennen waren wegen ihres maskulinen Aussehens Zweifel aufgetaucht, dass Semenya tatsächlich eine Frau ist. Es wurde vermutet, sie könnte ein Zwitter (Hermaphrodit) sein. Einem bereits vor der WM in Südafrika erstellten Gutachten folgte ein weiteres der IAAF. Dies ist offenbar noch nicht endgültig ausgewertet. Ihre Goldmedaille durfte Semenya behalten. Der Läuferin sei kein Fehlverhalten vorzuwerfen, entschied die IAAF damals.

Die öffentliche Diskussion über die Geschlechtsfrage sorgte in Südafrika für große Empörung.

ceb/sid



insgesamt 170 Beiträge
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Carl 22.08.2009
1. Gendrom auch im Sport?
Zitat von sysopHalten Sie es für legitim, Sportler auf ihr Geschlecht zu testen? Oder ist das - wie die südafrikanische Regierung im Fall der 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya argumentiert - eine Störung der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre?
Man kann nicht alles mit Persönlichkeitsrechten und Privatsphäre erschlagen. Solange Männer und Frauen noch in verschiedenen 'Geschlechterklassen' starten, wird man ja wohl ihre je korrekte Zuordnung sicherstellen dürfen. Alles andere liefe letztlich darauf hinaus, künftig auch im Sport das Zeitalter des Einheitsgeschlechts im Sinne der strengen Gendertheorie einzuläuten. Erst wenn es dereinst endlich so weit gekommen sein wird, daß Männlein und Weiblein im selben Wettbewerb unmittelbar gegeneinander antreten, wird man auf entsprechende Kontrollen verzichten müssen Wer sich im internationalen Hochleistungssport profilieren und sicher auch die heutzutage damit verbundenen finanziellen 'Folgeerscheinungen' billigend in Kauf nehmen will (*;-)*, muß sich selbstverständlich auch solche Kontrollen gefallen lassen. Das ist ja nun auch wirklich nichts Neues. In einem anderen Beitrag hatte ich die Wikipediaeinträge zu Jolanda Balas und den Schwestern Press verlinkt (damals gern als "Brothers Press" tituliert), aus denen sich ergibt, daß die Damen sich jeweils nach Einführung der Geschlechtskontrollen aus dem Geschäft zurückzogen.
viribus, 22.08.2009
2. Diese Frage????
Zitat von sysopHalten Sie es für legitim, Sportler auf ihr Geschlecht zu testen? Oder ist das - wie die südafrikanische Regierung im Fall der 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya argumentiert - eine Störung der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre?
Ganz ehrlich lieber SPON - eine sehr dumme Frage. Driftet man hier jetzt vollkommen in den kuschel-muschel Verständnisjournalismus ab. Natürlich sind solche Test zu 100% legitim! Da könnte man eben so gut behaupten, Doping sei eine Privatangelegenheit der Sportler. Bei diesem Fall geht es um Fairness gegenüber den anderen Wettkampfteilnehmerinnen und der Glaubwürdigkeit, bzw. den Rest an Glaubwürdigkeit, den diese Leistungschau der Pharmaindustrie aka WM noch hat. Dass die Südafrikaner jetzt rumpöbeln? Na und! Niemand wird gern beim betrügen erwischt.
ronnpe 22.08.2009
3.
Meines Erachtens nach wird die breite Öffentlichkeit nicht von einzelnen Sportlern und/oder deren Betreuern an der Nase herum geführt, sondern von den Internationalen Verbänden. Wer wirklich glaubt, dass die moderne Biologie- und Medizintechnik nicht in der Lage wäre, alle nur erdenklichen Substanzen nachzuweisen, der ist schlicht und ergreifend Naiv! Zumal sich in der Vergangenheit genügend Akteure der "Szene" selbst zu Wort gemeldet haben und sogar in zahlreichen Dokumentationen zu Wort gekommen sind. Die Verantwortlichen der Verbände wissen also längst, wo der Hase lang läuft. Sportliche Großveranstaltungen wie Weltmeisterschaften sind längst nicht nur auch, sondern VOR ALLEM für die internationalen Spitzenverbände ein rein wirtschaftliches Aushängeschild. Mit Bestleistungen und Weltrekorden entscheidet sich, wie viel sie sich mittel- und langfristig vom großen, Millionen schweren Werbe- und TV-Kuchen sichern. Oder warum loben die Verbände höchstselbst Unsummen für Rekorde und Fabelleistungen aus? Bei dieser WM in Berlin zum Beispiel soll dem IAAF ein Weltrekord (laut ZDF-Moderatoren) neben der damit verbundenen Gold-Medaille gar 100.000,- Euro wert sein. Um von all Dem abzulenken, werfen sie der mehr und mehr zu Recht skeptischen Öffentlichkeit immer mal wieder ein Opfer zum Fraß vor. In der Regel Mißliebige oder solche, deren Potential entweder ausgeschöpft ist, oder die keines haben, von dem der Verband in irgend einer Form profitieren könnte. Das beste Beispiel dafür ist die 18-jährige 800 m Weltmeisterin Semenya aus Südafrika. Diese war vom nationalen Verband Südafrikas seit Wochen für den Start in Berlin gemeldet gewesen. Erst während der WM ist dem IAAF dann plötzlich eingefallen, die Startberechtigung der "jungen Dame", die sie ihr vorher noch höchstselbst erteilt hatten, anzuzweifeln. Aber auch nur, nachdem offensichtlich wurde, dass sie zum "Sympathieträger" für die "Breite Masse" nicht taugt. Statt Loyalität, Schutz und Unterstützung, die ein Jeder Startberechtigte von seinem Dachverband erwarten kann, wurde sie durch gezielte Indiskretionen einzelner Verbandsfunktionäre praktisch zur "Öffentlichen Hatz" freigegeben. Wer Täter und Opfer ist, bleibt aber auch jetzt weiterhin umstritten, da die Rolle, welche die Zuschauer in diesem großen "Rennen um das Goldene Kalb" spielen, noch gar nicht berücksichtigt ist. Oder wer von uns gäbe sich mit "mittelmäßigen Leistung" - sprich: mit Leistungen weit jenseits der Weltbestleistungen - am TV zufrieden?
kleiner-moritz 22.08.2009
4.
Zitat von sysopHalten Sie es für legitim, Sportler auf ihr Geschlecht zu testen? Oder ist das - wie die südafrikanische Regierung im Fall der 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya argumentiert - eine Störung der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre?
Auf alle Fälle sah er/sie/es ziemlich männlich aus. Dass man da mal auf die Idee kommt, nachgucken zu wollen, hat mit den Menschenrechten nichts zu tun. Schließlich ist eine WM-Telnahme freiwillig.
Pnin, 22.08.2009
5.
Zitat von sysopHalten Sie es für legitim, Sportler auf ihr Geschlecht zu testen? Oder ist das - wie die südafrikanische Regierung im Fall der 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya argumentiert - eine Störung der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre?
Eindeutig. Selbst wenn sie eine AISlerin ist, bleibt sie außerdem eine Frau und es gibt keinen Grund sie nicht starten zu lassen. Die Diagnose zu bekommen ist ohnehin schon äußerst aufwühlend. Wenn das dann noch auf diese Weise erfolgt, grenzt das an eine Freakshow.
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