Achilles' Ferse Currywurst für den Schweineschwitzer

Mit vollem Bauch zu laufen, ist nicht so günstig. Aber ist ein leerer besser? Achims Alleswisser sagen es Ihnen. Ebenso, ob man mit muskulösen Beinen schneller rennt. Und wie es mit der Pflege müffeliger Sportklamotten zu halten ist.


Hallo Achim,
ein Thema, das mich oft beschäftigt, ist die zeitlich justierte Nahrungsaufnahme. Esse ich vor dem Laufen oder hinterher? Riskiere ich, dass sich mein Magen aufs Übelste schikaniert fühlt und nicht weiß, in welche Richtung er jetzt verdauen soll, oder riskiere ich eine Bewusstseinsstörung durch Halluzinationen, ausgelöst durch unzählig kochende Haushalte und geöffnete Küchenfenster? Am schlimmsten ist es in der Grillsaison.
Herzliche Grüße, Marion

Marathonläufer (in Hamburg): Balance finden  
AP

Marathonläufer (in Hamburg): Balance finden  

Liebe Marion,
ich habe einen Läufer kennengelernt, der unmittelbar vor einem intensiven Training einen halben Kuchen verputzte und trotzdem die 10 Kilometer in knapp 40 Minuten laufen konnte. Aber die meisten von uns verfügen nicht über eine solch eiserne Konstitution. Um Magenbeschwerden zu vermeiden empfiehlt es sich, zwei Stunden vor dem Training nichts mehr zu essen. Wenn Ihnen diese Pause zu lang ist, können Sie es mit einer leicht verdaulichen Nahrung (ein kleines Brötchen mit Honig oder ein Stück Banane) versuchen. Nach den Trainings ist selbstverständlich alles erlaubt.
Mit besten Grüßen, Dr. Fernando Dimeo

Aber Herr Doktor,
wenn das Training ein Training ist und kein Wettkampf, kann man auch noch innerhalb der letzten Stunde davor leichte Sachen zu sich nehmen. Es ist viel besser, ein kleines Problem mit dem Magen zu haben, das man aushält, als ausgelaugt vom Tage ohne Esspause abends im Mommsenstadion oder sonst wo ins Training zu gehen und keine Energie mehr zu haben.
Viele Grüße, Jens Karraß

Sorry, Ihr beiden Super-Experten,
ist es nicht so, dass jeder Magen anders ist. Ich zum Beispiel könnte reihern, wenn ich bis zu sechs Stunden vor dem Training Zwiebeln, egal in welchem Verarbeitungszustand, gegessen habe. Und hinterher soll man sich sofort Kohlehydrathaltiges in die Eingeweide pressen, weil die Speicher dann angeblich füllungsbereiter sind. Du siehst, liebe Marion, drei Experten, und doppelt so viele Meinungen. Um eine Testreihe an Dir selbst kommst Du nicht herum. Berichte uns doch bitte von dem Lauf, vor dem Du Currywurst mit Pommes eingeworfen hast.
Gruß, Achim

PS: Einen kleinen Energieriegel solltest Du trotzdem immer bei Dir haben.

Lieber Achim,
sollte man die Beinmuskulatur auch autonom trainieren, um bessere Zeiten hinzulegen? Oder bringt man mit Muskulaturtraining den Beinen nur unnötige Bewegungen bei?
Maik

Hi Maik,
gezieltes Muskeltraining kann Dein Laufen unterstützen, wenn es nicht zu viel wird. Hilft es Dir, ausdauernder und kraftvoller zu laufen, profitierst Du davon. Macht es jedoch Deine Muskeln hart und fest, Deine Beine unnötig schwer, dann ist es zuviel des Guten. Diese Balance musst Du finden. Faustregel: Übe mit geringen Gewichten und eher häufigen Wiederholungen.
Liebe Grüße, Jens Karraß

Lieber Achim, liebes Team,
ich möchte in diesem Monat meinen ersten Halbmarathon angehen, aber leider plagen mich nun einige Knieprobleme. Es handelt sich um einen Schmerz an der Außenseite des (linken) Knies, der vor allem wenn ich bergauf laufe auftritt. Bei ebenen Strecken und bergab habe ich kaum Probleme. Was kann das sein? Kann ich den Halbmarathon vergessen?
Danke, Christian

Lieber Christian,
das Knie besteht aus mehreren Strukturen, die bei Belastungen Schmerzen verursachen können. Die genaue Ursache Ihrer Beschwerden kann ich aus diesem Grund nicht ohne direkte Untersuchung feststellen. Möglicherweise ist während der Vorbereitung auf den Halbmarathon eine Überbelastung als Folge des intensivierten Trainings entstanden. Aus der Ferne kann ich schwer die Ausprägung der Verletzung einschätzen, so dass ich Ihnen auch nicht sagen kann, ob es mit den Halbmarathon in vier Wochen klappen wird. Sie müssen in den kommenden Wochen selbstverständlich alle Belastungen vermeiden, die bei Ihnen eine Zunahme der Schmerzen verursachen. Wenn Sie trotz einer Reduktion des Trainingspensums und systematischer Anwendung des PECH-Prinzips (Pause, Eis, Compression und Hochlagern) nicht beschwerdefrei laufen können, geht kein Weg an einem Besuch beim Arzt vorbei.
Mit besten Grüßen, Dr. Fernando Dimeo

Lieber Achim,
was passiert bei täglichem Laufen eigentlich mit den verschwitzten Klamotten? Täglich schnell mit der Hand waschen? Oder lässig auf die Wäscheleine und einfach noch mal anziehen? Da gibt es sicher verschiedene Schulen. Was empfehlt ihr?
Grüße, Leo

Lieber Leo,
das hängt entscheidend vom Transpirationstypen ab. Ich zum Beispiel gehöre zur Kategorie der Schweineschwitzer. Jedes Kleidungsstück ist nach fünf Minuten durchweicht und riecht schon beim Zielleinlauf wie ein rolliger Puma. Ab in die Maschine, Kurzprogramm. Die Damen und Herren Läufer, die auch im August kein Tröpfchen Schweiß auf der Stirn tragen, sollen ihre Klamotten meinetwegen 100 Mal anziehen ohne sie zu waschen. Gehörst Du zu keinem der beiden Typen, dann versuche doch mal, eine getragene Garnitur zu lüften und wieder anzuziehen. Lass einen nahe stehenden Menschen an Dir riechen. Er wird Dir die richtige Antwort geben.
Gruß, Achim

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Seite 1
Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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