Achilles' Ferse Entlastung durch Einlagen

Bandagen für die Bänder und eine Umstellung der Lauftechnik können für so manche Probleme sorgen. Wie man auf Entzündungen und Fußprobleme reagieren sollte, wissen Achim Achilles und sein Team. Dann klappt es auch mit dem Überholen wieder.
Highheels: Bei Fußproblemen können Einlagen helfen

Highheels: Bei Fußproblemen können Einlagen helfen

Foto: Z1008 Jens Kalaene/ dpa

Hallo Achim,
ich bin begeisterte Läuferin, die am liebsten Intervalltraining macht und seit 1999 Wettkämpfe läuft. Jetzt bin ich bald 52 Jahre alt und seit zwei Jahren plagt mich eine Plantarfasziitis (erst nur links jetzt beidseitig), die bisher mit manueller Therapie, dann mit Injektionen (Traumeel und dann Cortison) behandelt wurde. Vergangenes Jahr war sie nach der dritten Cortisonspritze auch Ende September erst mal weg, im Mai aber wieder da und nun wurde mit ACP-(Eigenblut-)Spritzen gearbeitet, da der Doc von Cortison abriet. Es ist jetzt erträglich, aber es geht nicht ganz weg. Ich bin zwar immer gelaufen, habe aber Umfänge und vor allem leider auch das Tempo reduziert; eine Laufpause von zwei Wochen hat auch nichts genutzt. Es tut ja auch nicht beim Laufen weh - aber hinterher um so mehr. Zusätzlich habe ich Fußgymnastik gemacht. Der Versuch, nach der Pose-Methode zu laufen, hat nur zu einer Achillessehnenreizung geführt. Was kann man denn noch tun? Welcher Schuh ist gut, welcher schlecht? Ich würde mich über eine Antwort total freuen, die Wettkampfsaison 2010 hat fast ganz ohne mich stattgefunden, aber 2011 will ich wieder angreifen.
Anna

Liebe Anna,
wenn du am liebsten Intervalle machst, gehörst du zu jenen ambitionierten Problem-Läuferinnen, die mir schon lange Angst machen. Aber dennoch hast du es nicht verdient, auf diesen Pose-Unsinn reinzufallen. Alles weitere erklärt der Doc. Gute Besserung. Und überhol mich nicht wieder.
Dankbar dafür, Achim

Liebe Anna,
bei dir wurde ja schon eine umfangreiche anti-entzündliche Therapie eingeleitet, die anscheinend erste Erfolge zeigt. Sehr gut! An diesem Erfolg solltest du mit den richtigen Maßnahmen jetzt unbedingt anknüpfen. Wie du selber festgestellt hast, ist ein Wechsel der Lauftechnik auf den Vorfußlauf, wie durch die Pose-Methode vorgeschlagen, wenig zielführend. Mehrere Studien haben mittlerweile das gehäufte Auftreten der Plantarfasciitis beim Vorfußläufer zeigen können. Laufe also bitte zunächst weiter wie bisher. Es gibt leider keinen bestimmten Schuh, der die Beschwerden einer Plantarfasciitis deutlich bessern könnte. Du solltest allerdings unbedingt eine Untersuchung deiner Füße  von einem ausgewiesenen Experten vornehmen lassen, der durch eine gezielte Einlagenversorgung, die auch im Laufschuh problemlos zu tragen sein muss, eine Entlastung deiner Plantarfascie vornimmt. Nachdem eine solche Entlastung des Schmerzareals stattgefunden hat, sollte die anti-entzündliche Behandlung noch einmal intensiviert werden. Hierfür würde mir zu diesem Zeitpunkt besonders die Stoßwellentherapie einfallen, die sich als sehr nützlich erwiesen hat. Ich hoffe, dass du so bald den Weg zurück in den Wettkampfsport finden kannst.
Gute Besserung wünscht, Dr. Marquardt

Lieber Dr. Marquardt,
ich habe früher lange Handball gespielt und hatte dabei so mit circa 14 Jahren den ersten doppelten Bänderriss (Fuß), der damals operiert worden ist. Vorletztes Jahr hatte ich nach fast 20 Jahren Verletzungsfreiheit wieder einen doppelten Bänderanriss im selben Fuß. Aircast-Schiene, Laufpause, dann rund drei Monate mit Bauerfeind-Bandage gelaufen, später wieder ohne. Letztes Jahr hatte ich wieder eine Bänderdehnung im Fuß, selbes Spiel: Erst Schiene, dann Bandage. Ich laufe seitdem mit der Bandage, fühle mich sicherer damit (wobei ich mir die Verletzungen nicht beim Training zugezogen hatte). Ich laufe mit Schuhen für Überpronierer, also nicht in ungestützten Schuhen. Ich laufe regelmäßig zwei bis drei Mal pro Woche, je zwischen sechs und elf Kilometern, demnächst mehr, da ich anfangen werde, für den Halbmarathon im nächsten April zu trainieren (bin noch nie mehr als elf Kilometer gelaufen bisher). Ist es richtig, dass ich weiter mit der Bandage laufe, oder ist das überflüssig oder womöglich sogar kontraproduktiv wegen der Gewöhnung?
Vielen Dank im voraus und herzliche Grüße gen Hannover, Carla

Liebe Carla,
ich verstehe deine Sorge bezüglich eines erneuten Bänderrisses sehr gut. Allerdings gibt es in der von dir zur Zeit angewendeten Therapie einen kleinen Widerspruch: Der Schuh, den du trägst, hebelt deinen Fuß bewusst auf die Außenkante, wie dies bei Überproniererschuhen üblich ist. Von deiner Bandage erhoffst du dir, dass eine übermäßige Bewegung in Richtung der Fußaußenkante unterbleibt. Es schiene mir am zweckmäßigsten, die Notwendigkeit einer Pronationsstütze in deinem Laufschuh  exakt zu überprüfen, damit du nicht etwa fälschlich eine solche Stütze trägst, die ein Verkippen auf die Fußaußenkante wahrscheinlich macht. In der Vorbeugung des Umknickens haben sich außerdem Koordinationsübungen, die du auf einem Stabitrainer durchführen kannst, als nützlicher erwiesen. Auch Lauf-ABC-Übungen, die vorzugsweise barfuß auf dem Rasen durchgeführt werden sollten, aktivieren deinen Stellungssinn und wirken einem Umknicken besser entgegen als passive Hilfsmittel. Ich würde diese Maßnahmen zur Aktivierung deiner Unterschenkelmuskulatur in jedem Falle ausprobieren, da es sicherlich keine angenehme Vorstellung ist, einen Halbmarathon mit Knöchelbandage laufen zu müssen.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen neuen Trainingsübungen, Dr. Marquardt

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