Achilles' Ferse Ey, runter von der Harley!

Kurz vor Weihnachten ist genau der richtige Zeitpunkt, sich einem leidigen Thema zu widmen - dem Übergewicht. Achim Achilles und Co. verraten, wie man Gänsebraten und Naschwerk davonläuft. Denn Sie wissen ja: Plätzchen kommt von Platzen.


Sehr geehrter Herr Achilles,

wann gibt es Ihre Reihe "Achilles' Verse" endlich als Taschenbuch? Bald 50 Kapitel sollten doch für ein nettes Büchlein reichen, noch angereichert mit ein paar ernst gemeinten Lauftipps als Hintergrundinformation und vielleicht ausgewählten Beiträgen aus "Achilles' Ferse". Das ultimative Weihnachtsgeschenk für Jogger? Ich warte drauf.
Schöne Grüße, Alexander

Jahresendzeit-Biker: Born to run
AP

Jahresendzeit-Biker: Born to run

Lieber Alexander,
die Frage kommt so kurz vor Weihnachten ja fast wie bestellt. Aber Sie müssen noch bis zum Christfest 2007 warten. Denn die Verse wird es erst im Frühjahr als Buch geben. Aber doch nicht als billiges Taschenbuch. Sondern als Spezial-Edition, 18 Kilogramm schwer und aus purem Gold, damit man sie auch zum Hanteltraining benutzen kann oder als Fußbänkchen, um die Laufschuhe darauf zu schnüren. So Alexander, und jetzt huschhusch zur Bank, das Festgeldkonto aufgelöst und schon mal ein paar Exemplare auf www.libri.de reserviert.
Von den Cayman Islands, Achim Potter


Lieber Achim,
ich laufe seit einigen Jahren mit einem Pensum von 40 bis 50 Kilometern pro Woche. Mich würde interessieren, ob es sinnvoll ist, mit zwei unterschiedlichen Paar Schuhen verschiedener Hersteller abwechselnd zu trainieren? Und, was hältst Du davon, mit Gewichten in den Händen zu laufen? Belastet das die Rückenmuskulatur zu sehr?
Grüße, Philipp

Lieber Philipp,
die Schuhe ab und an zu wechseln, ist sehr gut. Damit schleifst Du nicht zu sehr eine monotone Bewegung ein. Was die Gewichte betrifft: Bleib cool, trainiere lieber nach einem guten Trainingsplan, da wirst Du Dich besser entwickeln, als wenn Du mit Gewichten durch die Landschaft läufst.
Viele Grüße, Jens Karraß


Lieber Achim,
ich habe bis vor etwa 15 Monaten sehr regelmäßig trainiert. Dann kam das Examen: Mein Pensum reduzierte sich auf drei Einheiten pro Woche, dann auf eine, schließlich auf gar keine mehr. Nun bin ich mit 28 Jahren und rund sechs Kilo schwerer wieder in das Training eingestiegen. Bei vier Läufen pro Woche in hügeliger Gegend taten mir ordentlich die Gelenke weh. Ich habe reduziert auf drei ruhige, flache Läufe, würde mich aber gern wieder steigern. Ist es notwendig, dass ich mich nach der längeren Pause erstmal vom Arzt gründlich durchchecken lasse?
Danke, Nils

Lieber Nils,
habe einfach Geduld und nimm Rücksicht auf Schmerzen. Sehr schnell wirst Du wieder im normalen Rhythmus sein. Versprochen. Ab einem Alter von 35 Jahren sollte man sich vom Arzt auf jeden Fall auf Risikofaktoren untersuchen lassen. Dafür scheinst Du mir zu jung. Aber für Dein gutes Gewissen und damit Du im Training, wenn die Knochen und Bänder angepasst sind, wieder richtig freien Herzens Gas geben kannst, empfehle ich Dir einen Checkup mit gekoppelter Leistungsdiagnostik. Dr. Dimeo bietet das zum Beispiel an. Dann kannst Du beruhigt und genau in der richtigen Zone trainieren.
Viel Erfolg, Jens Karraß


Lieber Achim,
ich bin nie gelaufen. Immer nur gezwungenermaßen in der Schule. Dafür bin ich immer gerne und praktisch überall hin Rad gefahren. Mit Unterbrechungen bis heute (bin Ende 30). Mein momentaner Weg zur Arbeit ist knapp 25 Kilometer. Die Strecke bewältige ich (bis auf wetterbedingte Aussetzer) praktisch das ganze Jahr über täglich mit dem Rad hin und zurück. Nun zu meiner Frage: Mit meinem sicherlich überdurchschnittlichem Pensum kriege ich trotzdem kaum ein Gramm weg. Würde gerne 20 Kilogramm abnehmen. Mein BMI liegt bei 30. Achte allerdings nicht besonders aufs Essen. Ich esse, bis der Hunger gestillt ist, manchmal wohl auch etwas mehr. Würde es abnehmtechnisch etwas bringen, wenn ich mich zum Laufen zwänge? Das ist ja wohl doch etwas anspruchsvoller als Radfahren.
Grüße, Georg aus Florida

Lieber Georg,
wenn Du jeden Tag 50 Kilometer Rad fährst und trotzdem 20 Kilogramm Übergewicht hast, dann musst Du futtern wie ein Scheunendrescher. Normalerweise müsstest Du bei einem solchen Trainingspensum dünn wie Paris Hilton sein. Dafür habe ich drei Erklärungen. Du glaubst, das Ding, auf dem Du sitzt und das den Schriftzug "Harley Davidson" auf dem Tank trägt, das sei ein Fahrrad? Sorry, Georg, das ist nicht ganz richtig. Erklärung zwei: Du fährst zwar Rad, aber so langsam, dass es nicht anstrengender ist als TV-Gucken. Kleiner Trick: Tempo erhöhen auf 15 Miles per hour oder mehr! Drittens: Du isst so unendlich viel, dass Du die verbrannten Kalorien jeden Tag wieder auffüllst. Da hilfst vor allem eins: Zucker weg, Softdrinks, Coke, der ganze Kram. Wenn das nicht hilft: Fett weg, vor allem das Versteckte. Und wenn Du dann immer noch so viel auf die Waage bringst, dann suche Dir einen Job, der 100 Kilometer entfernt ist. Und laufe jeden Tag.
Transatlantischer Gruß, Achim

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Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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