Achilles' Ferse Hier kriegen Sie Ihr Fett weg!

Kein Mensch läuft zum Spaß. Die allermeisten wollen Hüftspeck abwerfen oder gar nicht erst ansetzen. Aber wie funktioniert das nun mit den Kalorien und dem Fettverbrennen? Zu drängenden Fragen rund um Deutschlands dicke Läufer heute ein Achilles-Spezial.


Hallo Achim,

ich habe vor drei Monaten angefangen zu laufen und habe seither fünf Kilogramm abgenommen. Aber jetzt nehme ich nicht mehr ab. Ich wiege 83 Kilogramm bei 1,84 Metern. Ich laufe dreimal die Woche 60 Minuten. Wäre es zum Abnehmen vielleicht besser, jeden Tag 20 oder 30 Minuten zu laufen?
Grüße, Konstantin

Kräftig gebaute Zeitgenossin: Auf der Suche nach dem Idelgewicht
REUTERS

Kräftig gebaute Zeitgenossin: Auf der Suche nach dem Idelgewicht

Lieber Konstantin,
mit 83 Kilogramm bei Ihrer Größe haben Sie ein vernünftiges Gewicht erreicht. Die Berechnung des Body Mass Index (Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße), die zwischen 20 und 25 liegen muss, ergibt bei Ihnen 24. So gesehen brauchen Sie nicht weiter abzunehmen, um sich im Idealbereich zu befinden. Wenn Sie es trotzdem unbedingt wollen, müssen Sie mehr Kalorien verbrauchen, als Sie zu sich nehmen. Es kommt dabei auf die gesamte Kalorienmenge an, die Sie im Durchschnitt verbrauchen. Ob Sie das in drei Sitzungen pro Woche à 60 Minuten oder in sieben Trainingseinheiten von 25 Minuten schaffen, ist relativ gleichgültig. Um die Anpassung zu optimieren und das Risiko von Verletzungen zu reduzieren, sind jedoch kürzere und häufigere Trainingseinheiten sinnvoller als längere, seltener durchgeführte Belastungen.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo

Lieber Konstantin,
alter Magersüchtling. Ich schicke Dir gern die Handynummern von Kate Moss und Paris Hilton, mit denen Du Dich kompetent über kleckerfreies Kotzen nach dem Abendessen austauschen kannst.
Wohl sein, Doppelwhopper-Achim


Lieber Achim,
primäres Ziel meiner Läufe ist es abzunehmen. Ich habe jedoch das Gefühl, dass mein Gewicht nach dem Joggen höher liegt. Wenn ich im Laufe des Tages oder Abends beispielsweise eine halbe Flasche Wein trinke, habe ich den Eindruck, dass das Laufen gar nichts bringt und ich im Gegenteil Gewicht zulege. Gibt es da einen Zusammenhang oder ist das alles bloß Einbildung und am Ende wird man durch Joggen immer gleich dünn und durch Wein und Bier immer gleich dick?
Danke Andreas

Lieber Andreas,
beim Zu- oder Abnehmen kommt alles darauf an, wie viele Kalorien Sie verbrauchen und wie viele Sie einnehmen. Beim Laufen verbrennen Sie gleich viele Kalorien, unabhängig davon ob sie gerade Wein, Milch oder Limonade getrunken haben. Und wenn Sie trotz des Laufens zunehmen, dann kompensieren Sie den Sport offenbar mit einer bemerkenswert hohen Zahl von Belohnungskalorien. Für eine Weile gerade am Anfang legen Sie tatsächlich zu, weil Ihre Muskeln wachsen. Und die sind schwerer als Fett. Also verlängern und beschleunigen Sie Ihre Läufe und halbieren Sie die Weinmenge.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo

Lieber Andreas,
ich kenne das Problem. Zum Frühstück nur ein kleines Wildschwein, mittags noch eines, zum Kaffee die Sachertorte und abends höchstens sechs Gänge beim Italiener mit Grappa und Rosso. Wie kommt es, dass man trotz engagierter 18 Minuten Schlurflauf einmal die Woche nicht dünner wird? Komisch.
Rätselnd, Achim


Hallo Achim,
nicht nur Dich plagen Probleme mit dem Körperfettanteil. Auch ich bin zurzeit ziemlich unglücklich. Mein Arzt hat mir aufgrund meines extrem geringen Körperfettanteils (5,2 Prozent) geraten, mein Training für mindestens acht Wochen zu einem Großteil mit einem Puls unter 125 zu laufen. Das ist die Hölle! Es gibt nichts Demütigenderes, als von Walkern überholt zu werden. Gibt es eine Möglichkeit, die Intensität zu erhöhen? Gerne würde ich dafür auch das eine oder andere Sahnetörtchen zum Ausgleich verputzen.
Grüße, Sonja

Liebe Sonja,
ein sehr niedriger Körperfettanteil ist für sich allein genommen nicht schädlich. Nur wenn es mit hormonellen Störungen oder anderen Beschwerden einhergeht, muss man das Körpergewicht korrigieren. Die richtige Methode dabei ist nicht eine Trainingsumstellung auf langsame Läufe, sondern eine Abwägung von Kalorieneinnahme und -verbrauch. Anders gesagt: Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen zunehmen müssen, ist mehr Essen angesagt. Eine Trainingseinstellung bzw. -reduktion wird nur selten empfohlen und zwar ausschließlich bei Menschen, die aufgrund des geringen Körpergewichts gesundheitliche Störungen haben.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo

Liebe Sonja,
solltest Du mal in Berlin trainieren: Ich kenne da total tolle Strecken im Grunewald und für hinterher so einen kleinen romantischen Italiener, Du weißt schon ...
Kikeriki, Achim

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insgesamt 1475 Beiträge
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Seite 1
Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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