Achilles' Ferse Mimosenhafte Sauerländer

Achim Achilles ist ein Mensch mit festen Prinzipien. Man könnte auch sagen: Er steht zu seinen Vorurteilen. Insofern wird es keinen wundern, dass er von Läufern aus dem Sauerland nichts hält. Kleiner Trost für die Leidenden: Andere Regionen kommen kaum besser weg.


Guten Tag,

sollten Ihre Beobachtungen die Realität im Raum Berlin widerspiegeln, bin ich ehrlich überrascht. Dieses ganze Getue mit teurer Ausrüstung kenne ich zwar vom Triathlon, vom Laufen aber gar nicht. Hier bei uns im Köln-Bonner Raum sind die Leute, die bei den Läufen vorne sind, durchweg sympathische Typen und alles andere als Angeber. Na ja, die haben das vielleicht nicht nötig. Und wenn man im Triathlon-Neo (Neopren-Anzug; die Red.) in einen See springt, lacht sich hier auch keiner kaputt.
Mit sportlichem Gruß, Christopher

Lieber Christopher,
jetzt mal ganz unter uns: Kölner haben trotzdem objektiv einen an der Waffel.
Vorurteilsfroh, Achim

Läufer in Aktion: Coole Typen
AP

Läufer in Aktion: Coole Typen

Hallo Achim,
die coolen Läufer Münchens finden sich an der Isar, am Flaucher oder im Westpark. Im Englischen Garten laufen definitiv nur Zugereiste und Touris.
Grüße, Sandra

Liebe Sandra,
an den Münchnern fällt auf, dass sie immer sagen: Die coolen Typen sind immer da, wo wir gerade nicht sind.
Achim, der Mythen-Buster

Sehr geehrter Herr Achilles,
im Münsterland laufen die Läufer auch noch bei diesen Temperaturen in kurzer Hose, um ihre mehr oder weniger muskulösen Waden der Welt zu präsentieren.
Mit besten Grüßen, Nina

Liebe Nina,
könnte es auch daran liegen, dass der Münsteraner ohnehin nicht viel merkt?
Gruß, Achim (mit Aa-Wasser getauft)

Hi Achim,
wohl wahr, wer läuft schon in Hamburg und München, da ist nicht nur das Geläuf flach. Auch Berlin ist Flachland, aber wenigstens die Typen sind cool. Ansonsten: Deine Bemerkungen zum Sauerland sind Blech! Hier am Berg trennt sich die Achimspreu vom Läuferweizen. Da wird nicht gejammert und gequengelt, da wird gehammert und gedengelt. Also, Freundchen: Mitlaufen im Sauerland, da wo es weh tut.
Sauerland-Uwe aus Sundern

Hallo Achim,
na, da muss ich aber hier mal ganz energisch widersprechen, dass die Läuferevolution einen Bogen um das Sauerland gemacht hat. Bei genauer Recherche hättest Du doch wissen müssen, dass eine der talentiertesten Läuferinen Deutschlands, Eva Maria Stöwer, aus dem Sauerland kommt. Weiter sind die Laufserien "Die Sauerlandserie" und "LAC-Veltins-Cup" jahrelang schon fester Bestandeil der Sauerländer Volkslaufszene. Falls Achim den Mut hat, einen Waldmarathon zu absolvieren, lade ich ihn herzlich ein, den Rothaarsteig-Marathon im September diesen Jahres mitzulaufen.
Markus (Hochsauerland)

Hallo Achim,
und ob man im Sauerland läuft! Wir haben hier eigene Sauerland-Laufserien mit vielen angeschlossenen Veranstaltungen, beim Training kommen mir jede Menge Läufer entgegen, es ist was los auf den Waldwegen. Ich behaupte einfach mal, dass wir im Sauerland zwar nur halb so viele Einwohner haben wie Ihr in Berlin, aber dafür doppelt so viele Laufveranstaltungen. Recht hast Du natürlich, dass die Evolution hier nicht so große Fortschritte macht. Wir hängen den Trends halt immer etwas hinterher.
Viele Grüße vom Sauerlandrenner

Liebe Sauerländer,
tut mir total echt ehrlich supi-leid, dass ich Euch mimosenhaften Weicheiern so wehgetan habe. "Veltins-Cup" klingt allerdings wirklich gut. Kann man da auch ohne Laufen mitmachen?
Durstig, Achim

Hallo Achim,
als Läufer, der sich selbst das Attribut ambitioniert zuschreibt, habe ich das ideale Urlaubsland, wo man auch gut trainieren kann, gefunden: Dänemark. Dort gibt es die einsamen Landstraßen und Feldwege. Nach dem Training kann man wunderbar an den Strand, viele Häuser haben eine Sauna und einen Whirlpool, was für eine Trainingswoche im Winter geradezu ideal ist.
Tilman

Lieber Tilman,
ich habe leider keine Unterkunft mehr in Dänemark bekommen. Alle Ferienhäuser sind dieses Jahr von Karikaturenzeichnern belegt, wegen des weltoffenen Klimas.
Gruß, Achim

Servus Achim,
mit nachfolgenden Problem musste ich mich auch befassen: Laufen in Bukarest, eine Katastrophe, so schien es anfangs. Aber wo ein Wille, da ein Weg: Stadion mit 400-Meter-Bahn suchen, dort nachfragen, anfangs ohne Obulus (mittlerweile acht Euro im Monat), und los geht's. Habe dort auch interessante Läufer kennengelernt, die mich zu ihren Trainingsmöglichkeiten am Wochenende mitnahmen. Ein Waldgebiet am Stadtrand. Man muss nur wissen, wo. Und schon kann man sogar in einer osteuropäischen Großstadt, trotz herrenloser Hunde, Verkehrschaos sowie unbefestigter Straßen und Bürgersteige seinem Sport frönen, sogar täglich, auch spätabends (da das Stadion zumindest teilweise beleuchtet ist, und man sich auf der 400-Meter-Bahn nicht verirrt).
Wolfgang

Lieber Wolfgang,
hiermit wirst Du einstimmig zum Läufer des Monats März gewählt.
Achim (Jury)

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insgesamt 1475 Beiträge
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Seite 1
Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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