Achilles' Ferse Verrufener Berg

Laufen ist anstregend. Aber wirklich schlimm wird es, wenn das Terrain nicht im Flachland liegt, sondern Hunderte Meter über dem Meeresspiegel. Ohne spezielles Training sollte sich kein Sportler der hügeligen Herausforderung stellen. Achim Achilles und Co. geben Tipps für den Berg-Marathon.


Lieber Achim,

ich will im September den Jungfrau-Marathon mitlaufen. Nun laufe ich schon 13 Jahre Marathon (trotz aller Bitten meiner Freundin aufzuhören), aber noch nie in den Bergen. Was soll ich im Training anders machen beziehungsweise beachten?
Berg heil, Matthias

Lieber Matthias,
das ist ein hartes Ding! Ab Kilometer 26 erwarten dich 1800 Höhenmeter. Das Ziel liegt auf mehr als 2200 Metern über dem Meeresspiegel, wie es sich für die Schweiz ja auch gehört. Auf den Sauerstoffmangel in der Höhenluft kannst du dich nur im Höhentraining vorbereiten. Wenn du weder zum Trainieren in die Alpen fahren noch viel Geld für Training in einer Unterdruckkammer ausgeben willst, wie es sie hier in Berlin schon gibt, dann bleibt dir nur folgendes: Nimm die Steigungen so leicht und locker wie möglich. Vermeide jeden Druck. Schau nie zur Spitze des Berges, immer nur vor deine Füße. Begnüge dich mit deinen kurzen Schritten, versuche, die Zeit zu genießen. Mit Power und Gewalt wird es sicher sehr schwer. Im Training kannst du dieses Abenteuer nur bedingt vorwegnehmen: Baue doch nach deinen langen Läufen direkt im Anschluss noch einige Bergläufe mit ein. Somit trainierst du deine müden Beine für den Moment, wenn es beim Jungfrau-Marathon so richtig losgeht. Und lass uns hinterher wissen, wie es war.
Gruß, Jens Karraß


Jungfrau-Marathon: Dünne Luft
REUTERS

Jungfrau-Marathon: Dünne Luft

Lieber Achim,
ich bin ein bisschen zu klein für mein Gewicht. Soll häufiger vorkommen. Nun habe ich vor einiger Zeit mit dem Laufen begonnen. Dann geht zwar das Gewicht runter, dafür beginnt aber das Knie abscheulich zu schmerzen. Beim Orthopäde passiert folgendes: Röntgen, dann Kommando: "Sie sind zu schwer, nehmen sie ab!" Wenn ich nicht mehr laufe, geht es dem Knie wieder prächtig, aber das Gewicht bleibt. Was nun? Arzt wechseln oder Zähne zusammen beißen?
Mit den besten Grüßen, Martin

Lieber Martin,
man darf Schmerzen nie ignorieren und weiter trainieren, denn Schmerzen weisen immer auf Überbelastung oder Trainingsfehler hin. Ihr Knie teilt Ihnen mit, dass Sie eindeutig etwas falsch machen. Aber den Sport völlig einzustellen wäre auch verkehrt. Überprüfen Sie Ihr Trainingsprogramm. Denken Sie nach: Haben Sie das Laufpensum oder die Laufgeschwindigkeit plötzlich erhöht? Tragen sie geeignete Laufschuhe? Ist an Ihrem Laufstil etwas zu ändern? Laufen Sie ausschließlich auf hartem Untergrund wie Asphalt? Ist zwischen den Trainingstagen genug Zeit für die Regeneration?

Vielleicht ist Laufen bei Ihrem aktuellen Gewicht doch zu viel für Ihr Knie. In diesem Fall müssen Sie sich alternative Sportarten aussuchen. Damit meine ich nicht Joggen mit selbstgestricktem Pulli und Rasta-Locken, sondern Rad fahren, walken oder schwimmen, bis Sie genug abgenommen haben.
Gruß, Dr. Fernando Dimeo



insgesamt 1475 Beiträge
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Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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