Achilles' Ferse Wasserflaschen zum Wasserlassen

Was tun, wenn beim morgendlichen Joggen im eigenen Revier plötzlich die Blase drängelt? Achim weiß Rat: einfach laufen lassen. Zur Spurenbeseitigung eignet sich eine handelsübliche Flasche Wasser. Dann sitzt auch die Retro-Skihose wie geschmiert.



Lieber Achim,

mich würde interessieren, inwieweit man seine Knie- und Fußgelenke beim Joggen schonen kann. Kann man sich einen bestimmten Laufstil antrainieren? Oder sollte man wirklich ausschließlich auf weichem Untergrund joggen?
Grüße, Mark

Lieber Mark,
ganz klar: Der Laufstil kann entscheidend sein. Es gibt halt einen Unterschied zwischen Federn und Platschen. Auch die gewählte Schrittlänge hat Einfluss auf Hebelkräfte im Kniegelenk. Kurzer Schritt ist immer günstiger. Wichtig ist neben der Wahl eines weichen Laufuntergrunds auch eine vernünftige Laufstreckensteigerung. Die Knochen, Sehnen, Knorpel und Bänder sind die Strukturen im Körper, die sich am langsamsten an das Lauftraining anpassen. Also immer mal wieder einen Ruhetag einlegen und dafür mal aufs Rad setzen.
Sportsgruß, Jens Karraß

Liebes Achilles-Team,
Mich beschäftigt die korrekt justierte Nahrungsaufnahme: Esse ich vorher oder hinterher? Riskiere ich, dass sich mein Magen aufs Übelste schikaniert fühlt, oder riskiere ich Halluzinationen, weil ich unterzuckert bin? Am schlimmsten ist das Laufen in der Grillsaison.
Gruß, Marion

Liebe Marion,
Bei körperlichen Anstrengungen nimmt die Durchblutung der Bauchorgane stark ab, denn das Blut wird in die Muskulatur umgeleitet. Deswegen ist eine Nahrungsaufnahme unmittelbar vor dem Training nicht ratsam. Die letzte Mahlzeit sollte zwischen zwei und drei Stunden vor dem Training stattfinden, um Beschwerden wie Seitenstechen oder Sodbrennen zu vermeiden. Dabei ist eine Unterzuckerung so gut wie ausgeschlossen. Hart gesottene Marathonis absolvieren die langen Trainingsläufe sogar nüchtern vor dem Frühstück. Dieses Training ist besonders wirksam, um den Fettstoffwechsel zu aktivieren. Nach dem Training kann man selbstverständlich alles essen.
Dr. Fernando Dimeo

Trockener Jogger: Nur keine Hemmungen beim Wasserlassen
DPA

Trockener Jogger: Nur keine Hemmungen beim Wasserlassen

Liebes Achilles-Team,
Ich bin zwar kein Läufer, sondern Rennradler, aber eins würde mich zum Themenkreis Laufen schon interessieren: Warum tragen viele Läufer so wursthautähnliche, seltsame Laufhosen in lila, pink oder grün, die ausschauen wie die Elho-Skihosen in den 80er Jahren in eng?
Grüße, Matthäus

Lieber Matthäus,
klare Sache: Es sind exakt die Elho-Skihosen von früher, sitzen wegen der Gewichtszunahme nun eben enger. Es gibt eben diese Hans Eichels unter den Läufern, die nichts wegwerfen. Und die Erfahrung lehrt: Was man lange genug trägt, wird irgendwann eh wieder chic.
Gruß, Achim Lagerfeld

Lieber Achim,
Mit dem Darmproblem, da sprechen Sie etwas an, was mich schon lange gewurmt hat, und nicht nur im Fortsatz. Das liebgewordene morgendliche Laufen wurde zum Hakenschlagen und unfreiwilligem Markensetzen, immer in der Sorge, Nachbarn aus dem angrenzenden Wohngebiet zu begegnen. Wie machen die Profis das denn? Trinken die vorher Kaffee? Oder sind die einfach schmerzfrei?
Es grüßt Marie

Liebe Marie,
so wie ein Indianer keinen Schmerz kennt, pinkelt ein 2:30-Stunden-Marathoni nicht beim Laufen. Es sei denn: Es ist sehr kalt im kurzen Höschen - Blase verkühlt. Oder wirklich zu viel Kaffee getrunken und auch noch zuviel Mineralwasser. Diese Kombination haut die größte Profiblase um. Also moderat mit Koffein und Wasser umgehen, wenn es direkt danach ans Laufen geht. Dann klappt's auch mit den Nachbarn.
Verständnisvoll, Jens Karraß

Hallo Marie,
neulich hat mir ein alter Läufer verraten, was unter Rennradfahrern schon lange bekannt ist: Einfach im Laufen laufen lassen. Klingt eklig, wird aber durch den permanenten Schweißfluß oder aber durch eine großzügige Dusche aus Wasserflasche oder am Verpflegungsstand praktisch zu 100 Prozent neutralisiert. Als alter Ausscheidungs-Experte würden mich die Erfahrungsberichte von unseren Sportsfreunden brennend (!) interessieren.
Neugierig, Achim

Lieber Achim,
der Aminosäureforscher Prof. Dr. Maurizio Lucà-Moretti hat nachgewiesen, dass alle auf dem Markt befindlichen Aminosäurepräparate große Mengen Stickstoff-Gifte im Körper erzeugen und somit gesundheitsabträglich sind. Nun hat Lucà-Moretti eine Aminosäureformel entwickelt, die vegetarisch ist und zu 99 Prozent anabol verstoffwechselt wird. Damit wirkt sie stärker als Steroide und ist gleichzeitig super gesund. Was haltet Ihr davon?
Gruß, David

Lieber David,
es ist verständlich, dass viele Anbieter versuchen, sich im hart umkämpften Markt zu profilieren. Leider benutzen sie manchmal groteske Argumente. Besonders verdächtig wird es, wenn ein Forscher behauptet, er habe eine Wunderformel entwickelt, die besser ist als alles andere, und damit phänomenale Erfolge erzielt. Herr Lucà-Moretti behauptete 1995, dass das HIV-Virus unschädlich, AIDS nicht übertragbar und die Medikamente gegen den HIV-Infekt gefährlich seien. So viel zur Glaubwürdigkeit von Forschern. Nach wie vor sind die besten Lieferanten von Aminosäuren Fisch, Eier, Soja- und magere Milchprodukte. Sie sind völlig ausreichend, um den täglichen Bedarf zu decken und kosten nur einen Bruchteil der Aminosäurenpräparate.
Gruß, Dr. Fernando Dimeo

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Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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