Achilles' Ferse Zugepappter Magen

Nur wer sich vernünftig ernährt, kann Leistung bringen. Achim und sein Team geben Tipps, wie man während längerer Läufe den Energiezufluss stabil hält. Zudem machen sie auch Asthmatikern Hoffnung. Mit den richtigen Tricks ist alles möglich.


Läufer in New York: Nur nichts überstürzen
REUTERS

Läufer in New York: Nur nichts überstürzen


Hallo Achim,

ich leide seit Jahren unter Belastungsasthma und möchte gerne regelmäßig laufen. Worauf muss ich achten?
Danke, Anja

Liebe Anja,
Asthma ist in den meisten Fällen auf eine allergische Reaktion zurückzuführen. Menschen mit belastungsinduziertem Asthma haben Beschwerden nur bei körperlichen Belastungen, vor allem an kalten, feuchten Tagen. Bei ihnen werden bei Anstrengungen Substanzen im Körper freigesetzt, die eine Entzündung der Schleimhaut der Atemwege verursachen. Die Behandlung des Asthmas erfolgt mit verschiedenen Medikamenten: Einige hemmen die lokale entzündliche Reaktion, andere bewirken eine Entspannung der Atemwege und damit eine Reduktion der Beschwerden. Häufig kann man die Krankheit jedoch überlisten: Man läuft sich warm (zum Beispiel mit zügigem Walking oder durch ein kurzes Jogging von 8 bis 10 Minuten) und legt eine Pause von 10 bis 15 Minuten ein. Die Zeit kann man zum Beispiel für ein Dehnungsprogramm nutzen. In dieser Pause werden die Entzündungsmediatoren freigesetzt, die die Dir bekannten Probleme verursachen. Jedoch spüren die Patienten während dieser Zeit keine Atemnot, da sie sich nicht anstrengen. Wenn sie wieder starten zu laufen, sind die Entzündungsmedidatoren im Körper sozusagen bereits verbraucht. Zu diesem Zeitpunkt ist ein beschwerdenfreies Laufen wieder möglich.
Besten Gruß, Dr. Fernando Dimeo


Lieber Achim,
ich bin gestern meinen zweiten Halbmarathon in diesem Jahr gelaufen. Den ersten hatte ich Anfang Juni absolviert. In der Zeit konnte ich mich um gute fünf Minuten verbessern und bin bei 1:58 Stunden gelandet. Doch in der zweiten Hälfte, nach einem längeren Anstieg, hatte ich ziemlich zu kämpfen. Die Kraft war irgendwie weg. Selbst als es die letzten vier Kilometer fast nur noch bergab ging, konnte ich nichts mehr zusetzen. In zwei Wochen möchte ich gern wieder die 21,075 Kilometer laufen. Diesmal auf fast ebener Strecke. Was rätst Du mir zur weiteren Vorbereitung in den verbleibenden zwölf Tagen? Sollte ich etwas Energiegel während des Laufes zu mir nehmen?
Grüße, Ralf

Lieber Ralf,
eine Portion Energiegel kann nicht schaden. Mach' das ruhig, aber nicht kleckern, das Zeug klebt wie Hölle. Und trink genug, damit es Dir den Magen nicht zupappt. Aber trainieren solltest Du jetzt nur ganz dezent. Mach gute lockere Dauerläufe und nur einmal ein schnelleres Programm. Und das auch mindestens fünf Tage vor dem nächsten Halbmarathon-Ritt. Dein letzter Halbmarathon war im Prinzip schon Training genug, sehr intensives übrigens. Nun ruh' Dich aus und versuch' es entspannt noch einmal. Aber versprich uns, dass Du danach dann erstmal eine Wettkampfpause machst, okay?
Viel Erfolg, Jens Karraß


Lieber Achim,
ich laufe viermal in der Woche, davon eine Langdistanz von circa 25 Kilometern. Nun habe ich unterschiedliche Meinungen über den Sinn von Läufen über 15 Kilometern gehört: Mal heißt es, da würde stärker Substanz abgebaut als Kompensation gefördert, mal heißt es, das wäre extrem wichtig für den Fettstoffwechsel. Mich würde nun interessieren, wie häufig man über längere Strecken trainieren darf, um immer noch eine positive Wirkung für seine allgemeine Fitness zu haben. Wie lang sollte die Distanz maximal sein?
Liebe Grüße, Sven

Lieber Sven,
bei einem richtigen Training wird nie Substanz abgebaut, egal wie lange die Läufe sind. Aber eine Strecke von mehr als 15 Kilometern ist nur sinnvoll, wenn man vorhat, an Wettkämpfen teilzunehmen. Bei längeren Distanzen bis hin zum Marathon sind die langen Trainingsläufe unentbehrlich.
Gruß, Dr. Fernando Dimeo


Lieber Achim,
nach 50 Jahren intensivem Sport (Handball und Tennis) habe ich mir jetzt einen kleinen Riss in der Kniescheibe zugezogen. Das Knie schwillt nach einem harten Tennis-Match für drei Tage an. Danach kann ich es wieder moderat belasten. Ich bin nun 66 Jahre alt und möchte auf meine Tennismannschaft langfristig nicht verzichten. Ich befürchte jedoch, dass eine Operation mich dauerhaft aus dem sportlichen Verkehr ziehen könnte. Ist eine Operation unumgänglich und die beste Wahl?
Danke, Jörg

Lieber Jörg,
Dein Vertrauen in unsere Kompetenz ehrt uns, aber wir haben mit den Läufern genug zu tun. Für tennisspezifische Fragen wende Dich doch einfach an www.netdoktor.de.
Return, Achim

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insgesamt 1475 Beiträge
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Seite 1
Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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