Umstrittener Leichtathletik-Trainer Britischer Verband will Zusammenarbeit mit Salazar untersuchen lassen

Er trainierte Starläufer Mo Farah und war beratend für den britischen Verband tätig, dann wurde er für vier Jahre gesperrt: Nun wollen die Verantwortlichen die Zusammenarbeit mit Alberto Salazar überprüfen.
Alberto Salazar

Alberto Salazar

Foto: Don Ryan/DPA

Der britische Leichtathletikverband UKA will die Zusammenarbeit mit dem gesperrten US-Startrainer Alberto Salazar unter die Lupe nehmen. Eine unabhängige Kommission solle im kommenden Frühling ihren Bericht dazu vorlegen, teilte der Verband mit. Der Verband müsse sicherstellen, dass seine Trainingsmethoden integer seien, sagte UKA-Chef Chris Clark.

Salazar war im September von einem amerikanischen Schiedsgericht wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Gesetze für vier Jahre gesperrt worden. Er soll im Trainingszentrum Nike Oregon Project in den USA mit Dopingmitteln gearbeitet haben, die der Sportausstatter finanziert haben soll.

Zudem kamen Misshandlungsvorwürfe von Athletinnen auf, insbesondere von der Läuferin Mary Cain. "Ich schloss mich Nike an, um die beste weibliche Athletin aller Zeiten zu werden. Stattdessen wurde ich geistig und körperlich von dem System misshandelt, das Alberto (Salazar) entworfen und Nike gebilligt hat", schrieb sie in der "New York Times".

Steve Magness, ehemaliger Assistenztrainer von Salazar, bestätigte die Vorwürfe. Ein Sprecher des Nike-Konzerns sagte, es seien "zutiefst beunruhigende Anschuldigungen". Salazar wies die Vorwürfe hingegen größtenteils zurück. Unabhängige Untersuchungen der Anschuldigungen waren zuletzt von einigen Athleten gefordert worden.

Salazar hatte unter anderen von 2011 bis 2017 den viermaligen britischen Olympiasieger Mo Farah trainiert und den Verband außerdem beraten. Nike hat das Trainingszentrum, in dem auch das deutsche Toptalent Konstanze Klosterhalfen, WM-Dritte über 5000 Meter, trainierte, inzwischen geschlossen.

bka/dpa/Reuters