Alex Zanardi "Ich werde wieder gehen können"

Der vor einem Monat bei einem Rennen in der Lausitz schwer verunglückte Ex-Formel-1-Pilot Alex Zanardi will sich seinen größten Traum erfüllen.


Alex Zanardi
EPA/DPA

Alex Zanardi

Berlin - Alex Zanardis größter Traum ist es, seinen dreijährigen Sohn Niccolo wieder auf seinen Schultern zu tragen. "Ich werde eines Tages mit Hilfe von Prothesen wieder gehen können und mir diesen Traum erfüllen", sagte der Italiener wenige Tage vor seinem 35. Geburtstag am 23. Oktober im Gespräch mit dem italienischen Fernsehsender TG-1.

Zanardi waren nach einem schweren Unfall am 15. September beim Cart-Rennen auf dem "EuroSpeedway Lausitz" beide Beine oberhalb der Knie amputiert worden. An den Unfall kann sich der Italiener nicht mehr erinnern: "Ich weiß nur, dass ich irgendwann aufgewacht bin und das Gesicht meiner Frau Daniela gesehen habe."

"Den Tod besiegt"


In einem Gespräch mit der "Bild-Zeitung" bedankte sich Zanardi bei den Medizinerin des Krankenhauses in Berlin-Marzahn, wo er seit dem Unfall behandelt wird. Dort habe er "ein Team von Ärzten und Krankenpflegern gefunden, das immer mit Professionalität, Entschlossenheit und Hingabe an meiner Seite geblieben ist. Dank dieser wundervollen Leute habe ich das wichtigste Rennen gewonnen. In wenigen Tagen werde ich 35 Jahre alt, dieses Team werde ich nie vergessen. Hier in Berlin hat man mir das Leben gerettet."

Sein Unfall sei "nur ein Schicksalsschlag" gewesen, sagte Zanardi, "Die Autos sind heute viel sicherer als jemals zuvor. Es gibt aber eine Grenze. Wenn die überschritten wird, erhöhen sich die Risiken." Trotz seiner folgenschweren Verletzungen habe er "nie die Heiterkeit verloren. Die Tatsache, dass ich noch am Leben war, dass ich den Tod besiegt hatte, hat alles andere überwunden."



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