French Open Zverev erreicht zum zweiten Mal in Folge das Viertelfinale

Im Achtelfinale gegen Fabio Fognini erwischte der deutsche Tennisprofi Alexander Zverev einen denkbar schlechten Start. Der 22-Jährige fing sich und zog ins Viertelfinale ein, wo ihn der Weltranglistenerste erwartet.

Alexander Zverev während des vierten Satzes seiner Achtelfinalpartie gegen Fabio Fognini
Kai Pfaffenbach / REUTERS

Alexander Zverev während des vierten Satzes seiner Achtelfinalpartie gegen Fabio Fognini


Alexander Zverev steht zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale der French Open. Gegen den Italiener Fabio Fognini setzte sich der Weltranglistenfünfte 3:6, 6:2, 6:2, 7:6 durch, nach 2:55 Stunden verwandelte Zverev im Tiebreak des vierten Satzes seinen dritten Matchball.

In der nächsten Runde trifft der Deutsche nun auf Novak Djokovic, aktuell die Nummer eins der Welt. Der Serbe hatte im Achtelfinale seinem Gegner Jan-Lennard Struff keine Chance gelassen. Das Viertelfinale hatte Zverev bereits vergangenes Jahr erreicht, im Halbfinale des Sandplatzturniers in Paris stand der 22-Jährige jedoch noch nie.

Beide Spieler starteten nachlässig in die Partie, allein in den ersten vier Spielen leistete sich Zverev sechs unerzwungene Fehler. Sein Gegenüber spielte nicht viel sauberer, entschied den Satz aber für sich. Obwohl Fognini führte, schienen er und seine Trainer, die beiden Ex-Profis Franco Davin und Corrado Barazzutti, verschiedener Meinung zu sein - so verschieden, dass der 32-Jährige während eines Wortgefechts mit seiner Box den Vogel zeigte.

Fognini ließ sich während der Partie gegen Zverev wiederholt seinen Frust anmerken
Clive Mason / Getty Images

Fognini ließ sich während der Partie gegen Zverev wiederholt seinen Frust anmerken

Ab dem zweiten Satz stabilisierte sich Zverev zunehmend, insbesondere sein Aufschlag wurde besser. Einige Unsauberkeiten unterliefen ihm zwar immer noch, trotzdem gelang ihm der Ausgleich. Fognini merkte, wie sein Gegner die Kontrolle an sich riss, und gab einige Sprüche von sich, womit er Zverev aber nicht aus dem Konzept bringen konnte.

Beim Stand von 4:1 für den Deutschen im dritten Satz wurde Fogninis Frust deutlich: Wütend schleuderte er seinen Schläger zu Boden, traf dabei die Bank und erhielt eine Ermahnung. Außerdem hatte der Italiener offenbar Probleme mit seiner rechten Wade und musste eine kurze Behandlungspause einlegen.

Der vierte Satz begann wieder mit einigen Unkonzentriertheiten Fogninis. Nach einem erneuten Schlägerwurf fing er sich aber, wodurch es zu einigen sehenswerten Ballwechseln kam. Mehrfach ließ sich Zverev von Stoppbällen seines Gegners auf dem falschen Fuß erwischen und musste so in den Tiebreak. Dabei bekam er drei Matchbälle, wovon er den dritten nutzte.

mrk



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
biglewbowski 03.06.2019
1. Mittelmaß reicht für Fognini
Fognini hätte mir mehr Konzentration gewinnen müssen. Den Gefallen tat er sich nicht. Glück für Zverev. Er ist noch jung und das äußert sich in seinem unsteten Spiel, im Vergleich zu Djokovic mehr als ein Level unterschied. Und so sehr ich, bis auf Stach, die qualifizierten Kommentare auf Eurosport schätze, heute lag der Kommentator komplett daneben, was die Qualität von Zverevs Spiel anging. Besser als vorher, aber sonst, gemessen an der Weltelite, so la la.
BurekTomate 03.06.2019
2. Fogninis Stoppbälle
Was hat der Italiener diese Stoppbälle drauf. Irgendwann im Spiel ging Zverev diesen erst gar nicht mehr hinterher, hahahaha, Zverev hat noch in keim Spiel wirklich überzeugt, jedoch muss das nichts heißen. Das bedeutet nicht dass er gegen Djokovic chancenlos ist. Insbesondere wenn man diesen heute gegen Struffi gesehen hat, könnte man meinen dass selbst Nadal da wenig Chancen hat. Jedoch erwarte ich ein sehr enges Spiel Zverev-Djokovic, denn Zverev spielt meist auf dem Niveau des Gegners. Was gegen die schwachen natürlich ärgerlich ist, doch das ihm gegen die guten Gegner zugute kommt.
jean-baptiste-perrier 03.06.2019
3. Kirche im Dorf lassen!
Mittelmaß? Wo liegt dann die Mitte? Ich bin ja generell auch recht kritisch gegenüber Sascha Zverev. Heute darf man aber auch mal anerkennen, dass er das ganz ordentlich gemacht hat. 3:1 Sätze gegen einen starken (nicht überragenden) Fognini muss man auch erstmal hinbekommen. Was sollen wir denn von Sascha erwarten? Soll er Fognini 6:1 6:1 6:1 vom Platz fegen, oder wie? Gegen Djokovic ist natürlich eine andere Geschichte. Sascha ist da sicherlich Außenseiter. Er hat da nichts zu verlieren. Mal einen Satz gewinnen und dann sehen, ob das Djokovic am Ar..... vorbei geht? Keiner erwartet gegen Djokovic einen Sieg von Zverev. Also einfach mal das Match spielen und sehen was passiert.
biglewbowski 04.06.2019
4. @3
Ich denke, der Kommentar No. 2 trifft es am besten. Gegenüber Zverev sollte man weniger kritisch sein, er ist, wie gesagt, noch jung. Das tägliche BlaBla aller "Experten" pusht irgendwelche Erwartungen, die Zverev kaum erfüllen kann. Außenseiter und nichts zu verlieren hat aber auf Top 10 - Niveau als Formulierung nichts zu suchen. Zverev hat schon alle Großen geschlagen, das aber auf einem gänzlich anderen Niveau, als er gegen Fognini zeigte. Aber um ein dauernd hohes Niveau zu halten, braucht es jahrelange Profitenniserfahrung. Und die kann er in seinem Alter noch nicht haben.
jean-baptiste-perrier 04.06.2019
5. Eigentlich einig!
biglewbowski hat geschrieben: "Außenseiter und nichts zu verlieren hat aber auf Top 10 - Niveau als Formulierung nichts zu suchen. Zverev hat schon alle Großen geschlagen, das aber auf einem gänzlich anderen Niveau, als er gegen Fognini zeigte. Aber um ein dauernd hohes Niveau zu halten, braucht es jahrelange Profitenniserfahrung. Und die kann er in seinem Alter noch nicht haben." - - - - - - - Zitat Ende - - - - - - Ja, normalerweise würde man einen Spieler der seit zwei Jahren unter den Top Five steht (lange sogar Dritter) nicht als Außenseiter bezeichnen. Bloß bei Zverev muss man dass eben zumindest bei Grand Slam Turnieren, da er bei diesen eben immer noch durchgängig Probleme hat und noch nicht die richtige Einstellung auf 14-tägige best-of-five Events gefunden hat. Er ist da immer noch als lernendes Greenhorn unterwegs. Dass er bei "normalen" ATP Turnieren best-of-three alle schon geschlagen hat, ist eben nicht aussagekräftig für seinen Kampfwert bei Grand Slam Turnieren. Und so steht es im Head-to-Head mit Djokovic 2:2 und dennoch ist er eben aufgrund seiner Jugend und Unerfahrenheit (plus aktuell gezeigter Leistungsschwankungen) bei Grand Slam Turnieren in diesem Fall gegen Djokovic wirklich nur Außenseiter. Die Erwartungshaltung wurde jedoch nicht nur von "Experten" geschürt, sondern durch Aussagen von Sascha in der Vergangenheit selbst: "Ich will nicht mehr lernen." oder "mit weniger als Halbfinale, Finale gebe ich mich nicht mehr zufrieden" (vor Wimbledon). Mittlerweile backt er verbal ja zum Glück etwas kleinere Brötchen. Entscheidend ist was er auf dem Platz liefert. Sein Reifeprozess ist aber immer noch nicht abgeschlossen (mental und körperlich). Und deshalb ist er gegen einen Tennis-Giganten wie Djokivic bei einem Grand Slam Viertelfinale eben nur Außenseiter.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.