Alle für Ullrich T-Mobile ohne Zabel zur Tour de France
Bonn - Zabel wurde aus dem Kader gestrichen, der vorerst noch 13 Namen umfasst. Das gab der Bonner Rennstall heute bekannt. Das endgültige Aufgebot der neun Fahrer für die Frankreich-Rundfahrt (2. bis 24. Juli) soll am 22. Juni in der Bonner Konzernzentrale präsentiert werden.
"Ich bin natürlich enttäuscht", sagte Zabel, der erstmals in seiner Karriere nicht berücksichtigt wurde und bis zuletzt auf den zwölften Tourstart gehofft hatte. "Es wäre wunderschön gewesen, eine emotionale Geschichte, zumal die Tour nach Deutschland kommt. Ich bin aber Profi genug, die Entscheidung der Sportlichen Leitung zu akzeptieren. In jedem Jahr trifft es jemanden, diesmal bin ich es", so der 34-Jährige.
"Es ist schade um Erik", sagte auch Teamchef Walter Godefroot, der wegen dieser Entscheidung eigens zur Tour de Suisse angereist war und sich nur schweren Herzens den Argumenten seines designierten Nachfolgers Olaf Ludwig und des sportlichen Leiters Mario Kummer beugte: "Sie sollen ja die Verantwortung übernehmen."
Die Entscheidung seiner Nachfolger war zu diesem Zeitpunkt längst gefallen. Ludwig hatte Zabel vor dessen Abreise zur Asturien-Rundfahrt über seine Streichung informiert. "Wir haben uns die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht", sagte Kummer. "Aber unsere Zielrichtung ist klar auf Gelb ausgerichtet", ergänzte Ludwig.
Zwischen 1995 und 2002 gewann Zabel bei der Tour zwölf Etappen, einen deutschen Rekord, und holte sechsmal das Grüne Trikot. Dabei hatte er das Team Telekom in manchem Jahr fast allein in die Schlagzeilen gefahren. Doch von der Ullrich-Gruppe wäre seine Mitnahme als Ballast empfunden worden. Der letztjährige Zweite Andreas Klöden hatte sich wiederholt offen für eine ganz auf den Kapitän zugeschnittene Truppe ausgesprochen. Ullrich selbst ("Die Besten sollen fahren") hatte nie für Zabel Partei ergriffen.
Er erhält nun mit Alexander Winokurow (Kasachstan, Dritter 2003) und Andreas Klöden (Zweiter 2004) zwei Edelhelfer an seine Seite. Hinzu kommen die zwei Bergspezialisten Giuseppe Guerini (Italien) und Oscar Sevilla (Spanien) sowie vier Tempofahrer. Damit will der gebürtige Rostocker, im Vorjahr nur Vierter, Lance Armstrong im fünften Anlauf mit dessen eigenen Waffen schlagen. Der Amerikaner, der seine letzte Tour bestreitet, tritt erneut mit acht reinen Domestiken an, wie schon bei seinen sechs Seriensiegen von 1999 bis 2004.