Williams-Duell in Wimbledon Sister Act

Serena gegen Venus Williams: In Wimbledon kommt es zur 26. Auflage des Duells der beiden Tennis-Schwestern. Es könnte das letzte Aufeinandertreffen sein. Alles Wissenswerte zum Match.

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Als Serena Williams im Januar 1998 in der zweiten Runde der Australian Open erstmals auf ihre Schwester Venus traf, war noch nicht abzusehen, dass dieses Duell das Frauentennis prägen sollte. Die damals 17-jährige Venus schlug ihre ein Jahr jüngere Schwester 7:6 und 6:1. Damals spielten noch Steffi Graf und Boris Becker.

Nun, 17 Jahre später, treffen die Schwestern im Achtelfinale von Wimbledon aufeinander, auf dem Centre Court. Dort, wo sie ihre größten Erfolge feierten.

Geschwister Serena und Venus: Erfolg in Wimbledon 2002
AP/dpa

Geschwister Serena und Venus: Erfolg in Wimbledon 2002

Erfolge

Venus Williams hat ihre großen Zeiten hinter sich. Ihr letzter Grand-Slam-Turniererfolg im Einzel liegt bereits sieben Jahre zurück. Wimbledon zählt dennoch zu ihren Lieblingsturnieren, fünfmal konnte sie zwischen 2000 und 2008 an der Church Road gewinnen. Hinzu kamen zwei Erfolge bei den US Open. Insgesamt gewann Venus 46 Turniere auf der WTA-Tour, elf Wochen stand sie an der Spitze der Weltrangliste.

Momentan steht dort ihre Schwester. Serena ist nach wie vor die beste Tennisspielerin der Welt, zuletzt gewann sie in Paris ihr 20. Grand-Slam-Turnier. Damit fehlen ihr nur noch zwei Titel, um mit Steffi Graf gleichzuziehen. Mit 67 Turniersiegen liegt sie auf Platz sechs der ewigen Bestenliste - zusammen mit Billie Jean King.

Teamarbeit: Die Schwestern beim Doppel 2014 in Wimbledon
Getty Images

Teamarbeit: Die Schwestern beim Doppel 2014 in Wimbledon

Gemeinsam gewannen Serena und Venus 44 Grand-Slam-Turniere in Einzel-, Doppel- und Mixedkonkurrenz. Bei Olympischen Spielen holten sie dreimal Gold im Doppel und je einmal im Einzel. Einer von vielen Rekorden, den die beiden aufgestellt haben.

Direkte Duelle

In Wimbledon treffen die Schwestern zum 26. Mal aufeinander. Serena führt in der familieninternen Bilanz 14:11. Allein achtmal begegneten sie sich im Finale eines Grand-Slam-Turniers. Zuletzt 2009 in Wimbledon, Serena gewann 6:2, 7:6. Beim letzten Aufeinandertreffen vor gut einem Jahr im kanadischen Montreal siegte etwas überraschend Venus, davor konnte Serena fünfmal in Folge gewinnen. Auch in diesem Jahr gilt sie als klare Favoritin.

Preisgelder

Auch in finanzieller Hinsicht sind die beiden sehr erfolgreich. Gemeinsam spielten Serena und Venus knapp 100 Millionen US-Dollar ein. Abseits des Feldes sind die Schwestern erfolgreiche Unternehmer: Sowohl Serena als auch Venus betreiben eine eigene Modekollektion. Vater Richard hatte schon früh betont, wie wichtig es sei, ein zweites Standbein aufzubauen.

Mutter Oracene: Trainierte ihre Kinder mit ihrem Mann Richard
AFP

Mutter Oracene: Trainierte ihre Kinder mit ihrem Mann Richard

Die Eltern

Die Eltern haben großen Anteil am Erfolg von Serena und Venus. Vater Richard gab unlängst in seiner veröffentlichten Biografie bekannt, dass er ein sehr strenger Trainer gewesen sei. Und nicht nur das: Richard war mit seiner Familie bewusst in einen verkommenen und gefährlichen Stadtteil 30 Kilometer südlich von Los Angeles gezogen. Seine beiden Töchter sollten sehen, wie hart man für den großen Erfolg kämpfen muss. Kritiker werfen ihm vor, dass er durch seine Aussagen den Getto-Cinderella-Mythos schüren wolle.

Vater Richard: Getto-Cinderella-Mythos
Getty Images

Vater Richard: Getto-Cinderella-Mythos

Seine Frau Oracene, die bereits drei Kinder mit in die Ehe brachte, wollte ursprünglich keine Kinder mehr. Doch Richard klaute ihr gleich zweimal die Antibabypille, so erzählte es der exzentrische Vater einst. Allerdings sind ernsthafte Zweifel angebracht, ob diese Aussagen der Wahrheit entsprechen. Selbst eine seiner Stieftöchter sagte am Rande eines Spiels von Serena, dass man die Aussagen von Richard nicht allzu ernst nehmen solle. Die Eltern von Serena und Venus leben im Übrigen seit 2002 getrennt - Oracene hatte die Scheidung eingereicht.

Verletzungen und Krankheiten

So erfolgreich die Karrieren verliefen - von Rückschlägen verschont blieben auch die beiden Schwestern nicht. Vor allem Venus hatte in ihrer Laufbahn immer wieder mit Krankheiten und Verletzungen zu kämpfen. Im Jahr 2011 wurde bei ihr das Sjörgen-Syndrom diagnostiziert, eine Autoimmunkrankheit, die Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Augentrockenheit nach sich zieht. Die Erkrankung führte zu einem Absturz in der Weltrangliste.

Auch Serena hatte mit Krankheiten zu kämpfen, in Wimbledon musste sie im vergangenen Jahr an der Seite ihrer Schwester aufgeben, weil sie torkelnd über den Platz lief. Dies hing mit einer vor vier Jahren diagnostizierten Lungenembolie zusammen.

Religion

Beide Spielerinnen wurden von ihren Eltern als Zeugen Jehovas erzogen. Sie sind strenggläubig und nehmen nicht an Wahlen teil, weil sie nicht in politische Dinge verwickelt werden wollen. Serena sagte in einem Interview vor gut fünf Jahren, dass sie nicht politisch sei, aber immerhin Sympathien für Barack Obama hege.

Soziale Medien

Auch bei Twitter führt an Serena kein Weg vorbei. Mit 4,74 Millionen Followern hat sie mehr als dreimal so viele wie Schwester Venus. Das Duell zwischen den beiden Schwestern ist sogar so interessant und umfassend, dass Wikipedia dem "Sister Act" einen eigenen Beitrag gewidmet hat. Und nun wird es um ein Kapitel erweitert.

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insgesamt 4 Beiträge
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Untertan 2.0 06.07.2015
1. Vorbild
---Zitat--- Sie sind strenggläubig und nehmen nicht an Wahlen teil, weil sie nicht in politische Dinge verwickelt werden wollen. ---Zitatende--- In der heutigen Zeit eine lobenswerte Einstellung. Ich würde jedenfalls lieber durch Klärschlamm waten als einem Politiker die Hand zu schütteln...
hatschon 06.07.2015
2. Langweilig
Ich kann diese Tennisroboter nicht mehr sehen.
hasenmann123 06.07.2015
3.
Die " klitschkos des Damentennis " sehen allerdings besser aus als die klitschkos
Peter Eckes 06.07.2015
4. @Untertan 2.0
Strenggläubig zu sein ist in der heutigen Zeit eine lobenswerte Einstellung? Das hatten sie doch hoffentlich nicht sagen wollen.
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