Allgemein Erste Freiheitsstrafen für Doping-Verantwortliche

Erstmals wurden für Anabolikavergaben im Spitzensport der ehemaligen DDR Freiheitsstrafen verhängt. Allerdings treffen diese Strafen noch nicht die oberste Ebene.

Das Amtsgericht Berlin hat erstmals im Zusammenhang mit Anabolikavergaben im Spitzensport der ehemaligen DDR Freiheitsstrafen verhängt. Dem ehemaligen stellvertretenden Leiter der Abteilung Leistungssport II des Sportmedizinischen Dienstes der DDR (SMD) ist nach Angaben der Berliner Justizpressestelle ein Strafbefehl mit dem Urteil von sechs Monaten Freiheitsentzug wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 72 Fällen zugestellt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der heute 56 Jahre alte ehemalige Facharzt ohne Doktortitel, bei dem es sich um Dietbert Freiberg handeln soll, beteiligte sich während seiner Amtszeit zwischen September 1977 und Juni 1984 an der Vergabe von Anabolika an Spitzensportlerinnen aus den Bereichen Schwimmen und Leichtathletik. Der Verurteilte beschaffte die Hormonpräparate und wirkte an der Vergabe mit. Außerdem habe er Vorträge im Leichtathletik- und Schwimmverband der DDR zur Doping-Anwendung gehalten, ermittelte die Staatsanwaltschaft.

Von der Berliner Justizbehörde ist ein weiterer Strafbefehl verschickt worden, ebenfalls mit einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe. Nach Recherchen des Deutschlandfunk (DLF) handelt es sich um einen ehemals leitenden Trainer des Deutschen Schwimmsport-Verbandes der DDR, Dr. Horst Tausch. Der Beschuldigte war Nachfolger des langjährigen DDR-Verbandsarztes Dr. Lothar Kipke und auch Klubtrainer in Erfurt. Dieser Strafbefehl ist nach Angaben des Berliner Justizsprechers Matthias Rebentisch noch nicht rechtskräftig.

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