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America's Cup 80-Millionen-Katamaran kentert vor Golden Gate Bridge

Mit dem neuen Katamaran AC72 wollte das Team Oracle USA beim America's Cup seinen Titel verteidigen. Doch beim Training kenterte das 80-Millionen-Boot und wurde dabei schwer beschädigt. Nun wird die Zeit knapp.

In San Francisco ist der Katamaran "USA 17" vom America's-Cup-Verteidiger Oracle Team USA gekentert. Dabei wurde besonders der 40 Meter hohe Flügelmast beschädigt. Die Kohlefaser-Stücke trieben in der Nacht mit der starken Strömung auf See hinaus. Erst um 5 Uhr morgens konnte das Team die Überbleibsel wieder zur Basis zurückschleppen.

Verletzt wurde beim Unfall des 22 Meter langen Bootes, mit dem 2013 um den America's Cup gesegelt werden soll, aber niemand. Der bei Katamaran-Seglern altbekannte "Stecker" verlief so zeitlupenartig, dass sich alle Segler einigermaßen sicher festhalten konnten.

Die große Frage lautet nun, wie sehr die sicher geglaubte America's-Cup-Verteidigung des Oracle Teams in Gefahr gerät? Der Flügel des 80-Millionen-Euro-Bootes gilt als Totalschaden. Wie stark die Rümpfe beschädigt wurden, ist noch nicht bekannt. Die wichtige Frage lautet jedoch: Ist das Boot mehr als zur Hälfte zerstört?

"Schwerer Rückschlag"

Das ist wichtig, weil entsprechend der Cup-Regeln eine Modifikation von mehr als 50 Prozent als Neubau gilt. Da aber nur zwei Neubauten erlaubt sind und sich der zweite Oracle-Kat schon im Bau befindet, dürfte dann auch eine reparierte "USA 17" nicht mehr aufs Wasser. Unklar ist, ob die Regel auch bei Reparaturen Anwendung findet.

Sollten die US-Amerikaner nun gezwungen sein, sich allein auf das zweite Boot zu konzentrieren, dann kämen sie laut Regelwerk nicht vor dem 1. Februar aufs Wasser. Das wäre ein großes Problem, denn in der jetzigen Phase der Vorbereitung ist die Zeit der wichtigste Faktor. Und Zeit kann man sich mit Geld nicht kaufen. Deshalb war schon der Bruch des Oracle-Schwerts am 31. August ein kritischer Moment für das Team, der viel Segelzeit kostete.

Steuermann James Spithill sprach daher von einem "schweren Rückschlag" für die Kampagne. Sollte die Titelverteidigung des hochfavorisierten Teams von Software-Milliardär Larry Ellison tatsächlich ernsthaft gefährdet sein? Zumindest weitaus spannender könnte es werden, denn nahezu täglich veröffentlicht der große Konkurrent Team New Zealand Bilder, wie er im heimischen Auckland auch bei stärkstem Wind Runden mit dem neuen, als unbeherrschbar geltenden 72 Fuß langen Sportgerät dreht. Und dabei wird deutlich: Das Team New Zealand scheint keine großen Schwierigkeiten zu haben.

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