America's Cup BMW-Oracle macht Alinghi Friedensangebot

Auf Kompromiss-Kurs: Das amerikanische Segel-Syndikat BMW-Oracle kommt seinem Widersacher Alinghi im Streit um den kommenden America's Cup entgegen. Der Herausforderer will die Vorgaben des Schweizer Titelverteidigers nun doch anerkennen - nannte aber Bedingungen.


Hamburg - Zwei Monate nach der überraschenden Niederlage vor einem New Yorker Berufungsgericht hat America's-Cup-Herausforderer BMW Oracle Racing Verteidiger Alinghi ein neues Friedensangebot gemacht. Die Amerikaner bieten an, das von ihnen initiierte Berufungsverfahren in letzter Instanz aufzugeben, sollten die Schweizer einen America's Cup mit vielen Herausforderern mit den Regeln aus dem Jahr 2007 organisieren.

BMW-Boot im America's Cup (2007): Klage eventuell fallenlassen
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BMW-Boot im America's Cup (2007): Klage eventuell fallenlassen

In einem Brief an Pierre-Yves Firmenich, Präsident des Alinghi- Vereins Société Nautique de Genève, erklärte Marcus Young, Präsident des herausfordernden Golden Gate Yacht Club (GGYC): "Wenn Sie sich bereiterklären, umgehend eine America's Cup-Regatta mit vielen Herausforderern in Valencia zu unterstützen, die auch den GGYC zulässt und unter Regeln wie im 32. America's Cup stattfindet, dann werden wir unsere Klage fallenlassen und ein Duell mit Mehrrümpfern vermeiden."

Alinghi befindet sich seit dem Urteil zugunsten der Schweizer im Juli wieder in starker Position, führt bereits Gespräche mit Teamchefs wie Sir Keith Mills (Team Origin), Patrizio Bertelli (Luna Rossa) und anderen. Während BMW Oracle Racings Hoffnungen auf dem laufenden Berufungsverfahren ruhen, dessen Urteil mit ungewissem Ausgang aber noch ein Jahr oder länger auf sich wartenlassen könnte, ist neue Bewegung in den Streit um die Macht im America's Cup gekommen.

Alinghis Besitzer Ernesto Bertarelli ist in dieser Woche geschäftlich in Kalifornien. In diesem Rahmen, so erklärte eine Pressesprecherin Alinghis, sei es "möglich, dass Ernesto Bertarelli und Larry Ellison (BMW-Oracle-Besitzer, d. Red.) bei einem Treffen die Gespräche fortführen, die sie in den vergangenen Wochen telefonisch geführt haben". Weiter heißt es aus Alinghis Lager: "Wir glauben, dass die diplomatische Route die Tür zu einer Lösung aufmachen kann und bevorzugen es deshalb, nicht auf die Pressemitteilung des Golden Gate Yacht Clubs zu reagieren, bis sich Ernesto und Larry getroffen haben."

Neue Konkurrenz könnte den etablierten Teams von einem Neuling aus Deutschland drohen. Der Hamburger Millionär Harm Müller-Spreer will mit seinem Platoon-Segelteam beim kommenden America's Cup an den Start gehen. Unter anderem konnte Müller-Spreer den Top-Segler Jochen Schümann verpflichten, der in seiner Karriere dreimal olympisches Gold gewann und als Sportdirektor des Teams Alinghi großen Anteil an den America's-Cup-Erfolgen 2003 und 2007 hatte.

fpf/luk/dpa



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